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Das schwarze Einhorn

Dieses Thema im Forum "Aufgeschrieben" wurde erstellt von Serenade, 5. Juni 2018.

  1. Serenade

    Serenade Sehr aktives Mitglied

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    "black unicorn" Acryl auf Leinen (schon etwas älteres Bild...)
     
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  2. kyolong

    kyolong Sehr aktives Mitglied

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  3. Serenade

    Serenade Sehr aktives Mitglied

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    Bevor uns Meister Frosch eventuell hilft oder überhaupt helfen kann, habe ich Fragen über Fragen – und das mit der Aussicht, dass sie mir ohnehin nicht beantwortet werden können. Aber wenn, dann nur von Amar, dem schwarzen Einhorn, der Ganzheit seines Selbst, namens Arima (die Einheit Kim und Maria) und einst genannt Kim, der Rockstar, der eine ganze Welt in Atem hielt.

    „Verdammt, wir sind in Eile und du sollst dich konzentrieren und nicht den alten Zeiten, die es nicht gibt und auch nie gab, hinterher sinnen.“

    Auch das wirft eine Frage auf.

    „Amar, was bedeutet es wirklich, ein vollkommenes Lebewesen zu sein?“ frage ich trotz angeblichen Zeitmangel.

    „Es ist eine Seltenheit und kommt vielleicht ein oder zweimal in einem Energiestrang vor. Alle anderen Lebewesen, die wie Trauben an den Strängen kleben, sich aber niemals berühren, sind zum Alleinsein verdammt. Also nichts mit: Alles ist mit allem verbunden und im Universum ist alles Eins. Jeder und alles ist für sich allein. Du kannst also durchaus den alten Spruch benutzen, indem du sagst: Allein kam ich auf die Welt, allein werde ich sie wieder verlassen. Alles, was dazwischen passiert, ist ein Spiel der Quelle der Kraft und ihr eigen.“

    „Kein Ich, sondern eine hilflose Marionette...“

    „Warum hilflos? Sieh uns an! Wir sind nahe dran, ihr zu entfliehen“, gibt Amar lachend zu verstehen.

    „Sie bringt uns dazu, genau das zu tun, was wir tun, Amar. Wir können ihr niemals entfliehen. Selbst als vollkommene Wesen sind wir zu schwach.“

    „Das glaubst nur du, kleiner Nimrod. Aber gerade vollkommenen Lebewesen ist dies möglich. Sie haben die Kraft, etwas zu verändern und das tun sie auch. Das haben sie schon immer getan.“

    „Was ist mit den Geschenken der Quelle der Kraft an uns? Die Gebete? Unser Glaube?“ fragt der Frosch und Amar und ich sehen ihn wieder einmal überrascht an.

    „Was haben du und deine Kumpanen für einen Glauben? Eben sagtest du, die Quelle der Kraft gibt es nicht und jetzt sprichst du von Gebeten und Glauben?“

    „Vielleicht meint er den heiligen Frosch, der seine Jünger nach seinem Ebenbild geschaffen hat“, wage ich zu scherzen.

    „Genauso ist es! Ach, vergesst es. Ich habe auch nur einen Scherz gewagt, weil ich nicht länger warten mag. Wenn ihr mit mir springen wollt, dann jetzt“, keift der Frosch und spannt bereits die Muskeln seiner eingezogenen Hinterbeine.

    Amar lacht auf.

    „So doch nicht! Du springst ja nicht mit deinem Körper, als den du dich bloß wahrnimmst. Du selbst, du, die Blase, springt quer über die Energiebänder nach außen.“

    „Du meinst, nur nach außen geht es in die totale Unerkennbarkeit?“ frage ich und denke noch immer an die Gebete und die Geschenke der Quelle der Kraft, da Kim einst vor langer Zeit ähnliches erwähnte. Amar scheint immer meine Gedanken zu lesen...

    „Es kann immer nur nach außen gehen, denn der Länge nach wandern wir in die so genannte Unendlichkeit. Ach, Nimrod – es sind nur Worte und Worte erklären gar nichts. Sicher können es auch Geschenke der Quelle der Kraft sein, um uns oder viel mehr sich selbst bei Laune zu halten, denn mitunter vergisst sie ja auch selbst, dass sie nur eine Rolle in einem gigantischen Theaterstück spielt.“

    „Wie sieht ein vollkommenes Lebewesen aus, wenn man es als Energie 'sieht'? Ich habe dich als Blase gesehen – genauso als Blase wie die Grauen, die in der Stadt herum wanderten.“

    „Erinnere dich wirklich, Amar! Was hast du wirklich 'gesehen'?“

    Noch einmal versuche ich das zu visualisieren, was in der Stadt passierte, als wir den Frosch als Springer heraus filterten.

    „Ich habe eine Art Fluss gesehen und einen schwarzen Punkt darin. Du sagtest, wir müssen ihn packen und dann sah ich dich als Blase auf und ab hüpfen. Aber wie konntest du erkennen, dass dieser Punkt der Springer ist?“

    „Bewegung, mein Lieber, Bewegung. Sein Zittern geht seitwärts, während das Zittern der anderen Punkte entweder vor oder zurück geht. Unterschiede, wenn man beim Energiesehen überhaupt davon sprechen kann, erkennt man immer nur an der Bewegung. Wir, die vollkommen Lebewesen bewegen sind viel langsamer als andere Blasen. Das mag der einzige Unterschied sein. Es ist also gar nicht so einfach, Energie zu 'sehen' – wirklich zu 'SEHEN'. Versuch es, bitte, nicht zu verstehen. 'Sieh' einfach nur hin! Das ist die einzige Möglichkeit, mit ihm zu springen.“

    Und ich 'sehe' hin.
     
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  4. catlady5

    catlady5 Sehr aktives Mitglied

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    Du bist echt musisch begabt. Schreiben, malen... Das sind feine Talente, deine Seele sprechen zu lassen.
     
  5. Serenade

    Serenade Sehr aktives Mitglied

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    [​IMG] Bin selbst auch dankbar für diese Talente - wem auch immer ;-)
     
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  6. Serenade

    Serenade Sehr aktives Mitglied

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    Teil 2

    Die schwarze Wölfin



    Sir Izmir glitt wie ein Pfeil rasend schnell durch die Luft. Ohnmächtig klammerte ich mich an eine Zacke an seinem langen Hals, der aerodynamisch nach vorne gestreckt war. Der Drache mit unbestimmbarer Farbe – ich sehe ihn noch immer in einem wunderschön dunklen Grünton – stürzte sich in den grünen Nebel. Ich sah nur mehr grün. Selbst meine Kleidung, meine schwarze Lederkleidung mit Nieten und Fransen tauchte in ein seltsames Moosgrün, als wäre es bewachsen. Mein langes, dunkles Haar färbte sich leuchtend türkisgrün, als müsste es das grüne Land unter uns begrüßen.



    Das Landen neben dem grünen Wald auf der grünen Wiese war irgendwie gespenstisch. Ich fühlte mich zweigeteilt. Teils landete ich, noch immer auf Sir Izmir hockend, in grün bemooster Lederkleidung, auf der Wiese - und teils spazierte ich, mit langem roten Haar, das aus der dunkelgrüne Kapuze eines bodenlangen Umhangs lockig quillte, geradewegs in den Wald. Teils hörte ich „Ysil“ rufen und teils spürte ich in mir eine sanfte, weiche Stimme, die mich an Maria, meine einstige Mutter und an die einzige, große Liebe meines Vaters (Kim) erinnerte und mir so vieles erzählte, das ich kaum oder sehr schwer in Worten wiederholen kann.



    Im nächsten Moment befand ich mich im Wald, in Begleitung einer riesigen schwarzen Wölfin, die mich mit ihren gelben Augen freundlich anlächelte und mir weitere Informationen gab, mit denen ich damals noch nichts anfangen konnte, denn ihre Stimme versetzte mich in eine andere Gegend, die mich an das irdische Arizona erinnerte, mit seinen roten Felsen und der heißen, unerbittlichen Sonne. Hier war es aber nicht so heiß. Es war angenehm warm und ich fühlte mich vollkommen, als ich in das kleine Indianerdorf kam, mit seinen Tipis und die an die Felsen gebauten Bungalows. In einem dieser Bungalows wohnte ich mit meiner Familie. Unserer ging tief in den Felsen hinein. Er dürfte einst von meinen Urgroßeltern über einer Höhle gebaut worden sein, denn unser Volk tut der Erde nicht weh. Es würde sie niemals verletzen, indem es Löcher in sie schlägt oder ihren Boden aufschneidet. Wir brauchen ja nicht viel. Etwas Wasser und ein wenig von den Pflanzen, die um den Felsen herum wachsen.



    Das nächste, woran ich mich erinnerte, war, dass wir aus dieser wundervollen Gegend verschwinden mussten. Ich wehrte mich mit Händen und Füßen. Es war wie in einem Traum, der fast in einen Albtraum ausartete. Ich schrie, dass ich hier nicht weg will, dass mich niemand zwingen kann, mich aus dieser Gegend, von diesen lieben Menschen hier entfernen kann und darf. Aber ich wurde weggezerrt und betete inständig um diesen einen Augenblick, der, nach unserem Glauben, unserem Volk im Tod gewährt wurde. Es war der Schritt über die Schwelle des ewigen Augenblicks, wo der Schmerz nachlässt, wo sich der Kummer verflüchtigt und Gelassenheit sich über Körper und Seele breitet und uns sagen lässt: Der Tod ist wohltuend.
     
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  7. Serenade

    Serenade Sehr aktives Mitglied

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    Die schwarze Wölfin und ich trabten bedächtig durch den dichten Wald. Der Weg war keineswegs beschwerlich, da wir uns auf einem ausgetretenen Pfad befanden und sich rechts und links die hohen Nadelbäume, die kaum Licht durchließen, befanden. Es sah aus, als hätte jemand die Bäume einst Reihe in Reihe gepflanzt. Der Boden unter ihnen war mit Moos oder irgendwelchen Kräutern bewachsen. Nur der ausgetretene Pfad, den wir, die schwarze Wölfin und ich, entlang gingen, bestand aus Erde, auch wenn sie nicht direkt die übliche Erdfarbe, sondern eher eine Art dunkles Moosgrün hatte.

    „Du hast dich vorhin an etwas für dich wohl Schreckliches erinnert“, begann sie, wobei ich ihre sanfte Stimme in mir fühlte, „aber glaube mir, es gibt, wenn du dich nicht zusammen reißt, noch viel schrecklichere Erinnerungen. Du musst erkennen, dass all das, was in den Wahrnehmungswelten passiert, dich gar nichts angeht. Außerdem, wer bist du schon, in Anbetracht dieser unermesslichen Weite da draußen?“

    Ich wunderte mich nicht einmal über den Sinn ihrer Worte, schwebte mir doch selbst derartiges vor, wenn ich zu den Wipfeln der Bäume hoch blickte und den weiten Himmel dahinter durchblitzen sah, von dem niemand weiß, wie weit er ins Nichts führt. Im Gegensatz dazu bin ich tatsächlich ein lächerliches Nichts.

    „Du bist glücklicher, wenn du die Wahrheit erkannt hast, auch wenn sie anfangs etwas oder vielleicht doch sehr weh tut“, sprach die Wölfin weiter und warf ab und zu einen prüfenden Seitenblick nach mir. „Dieses Leben, an das du eben erinnert hast, liegt, wenn man es zeitlich betrachtet, schon sehr, sehr weit zurück. Du kannst das Ganzheitliche noch nicht erfassen, Ysil. Ja, Ysil. Ich nenne dich Ysil, weil dieser Name dich einst in die Unendlichkeit führen wird. Auch dein Bruder, den ich am liebsten Bela nenne, - nicht Thygyrill, - da Bela der Anfang seines wahren Seins war. Bela war der Moment des Erkennens seines Energiekörpers.
    Ich weiß, all das, was ich dir mitteile, sagt dir nicht wirklich etwas. Aber das wird es bald. Ich möchte nur, dass du, bevor wir durch das Tor schreiten... Nein, nein, ich meine nicht das Tor des Augenblicks, wovon dein Gebet eben handelte, sondern ein sehr reales Tor. Also, ich möchte, dass du, bevor wir durch das Tor schreiten, all deinen Kummer los wirst. Es gibt nichts, was dir Kummer bereiten könnte. Schmerz ja, körperlicher Schmerz, denn dagegen kannst du nur wenig tun, außer nicht wehleidig zu sein. Ich spreche vom seelischen Schmerz, denn er ist zu überwinden, wenn du genug Energie sammelst.“

    „Das ist doch alles ausgemachter Schwachsinn“, entgegnete ich. „Sag mir endlich klipp und klar, was hier passiert, denn ich versteh noch immer nicht, warum ich hier bin und wie ich überhaupt hier her gekommen bin. Okay, ja, ich bin mir Sir Izmir geflogen und vor dem Wald gelandet und deine Stimme erinnert mich an meine einstige Mutter. Aber was soll das alles?“

    „Ich bin ein Aspekt deiner Mutter, genauso wie du ein Aspekt Ysils bist. Thygyrill, mit dem du noch vor kurzem in seiner prächtigen Stadt warst, zusammen mit Arima, der Einheit meiner Wenigkeit und Kim, erlebt eben eine ähnliche Phase. Ihr seid hier, klipp und klar gesagt, um das Netz zu formen.“

    „Um das Netz zu formen?“

    „Das Netz des Universums. Ja! Du wirst es schon noch verstehen, nachdem wir das Tor durchschritten haben. Aber ich warne dich! Dieses Land hinter dem Tor wieder zu verlassen, wird dich noch mehr schmerzen, als damals, als du das Indianerdorf verlassen musstest. Übrigens, war es damals kein Indianerdorf und dieses Leben fand auch nicht auf der alten Erde statt.

    Das Land hinter dem Dorf ist das Paradies. Im wahrsten Sinne des Wortes. Deshalb musst du dich erst innerlich reinigen, sonst überstehst du den Schmerz nicht, wenn du wieder gehen musst. Übrigens, auch dieses Leben hier findet zeitlich gesehen in der weiten Vergangenheit statt und ist ein Vorreiter, sozusagen die Vorhut zu Ysil und Bela.“

    „Warum muss ich dieses Paradies überhaupt verlassen? Warum kann etwas Schönes nicht für immer sein?“

    Die schwarze Wölfin scheint zu lächeln.

    „Typisch!“ raunt sie. „Das ist die weibliche Seite in uns. Die weibliche Seite, aus der im Universum fast alles besteht, bis auf einige Lebewesen, die der männlichen Seite angehören. Dies hat jedoch nichts mit Mann und Frau, wie auf der Erde die Geschlechter hießen, zu tun, falls sich nun eine Frau darüber ergötzt, die eben diese Zeilen liest. Manche männliche Lebewesen haben oft mehr weibliche Energie in sich als manche weibliche Lebewesen.“

    „Ich erinnere mich daran, dass wir es mal die Energie Dieser und die Energie der Anderen Seite nannten.“

    „So kann man es auch nennen. Ja. Die Energie der Anderen Seite oder auch die weibliche Seite steht für Stagnation. Wir beide sind Anwärter dieser Energie, während sich Bela und Kim für die männliche Energie einsetzen, die für ständige Veränderung sorgt. Es kann nichts für immer bleiben, Ysil, auch wenn es noch so schön ist. Und glaube mir, selbst Bela und Kim würden sich manchmal wünschen, Zeit und Raum mögen in einem bestimmten Moment einfrieren. Aber das lässt die Quelle der Kraft nicht zu. Sie braucht uns dazu, ein Netz zu spannen und genau das ist es, was wir hier zu tun haben. Wir hier als weibliche Energie und Bela und Kim als männliche Energie.“
     
  8. Serenade

    Serenade Sehr aktives Mitglied

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    Wir gingen gemächlich und schweigend weiter, bis wir an ein Steintor kamen. Es war nur ein Tor und das mitten auf dem Weg, wobei der Weg, wie auch die Umgebung der Reihe in Reihe stehenden Nadelbäumen, vor, wie auch hinter dem steinernen Tor, sich durch nichts unterschied. Viel mehr hätte ich erwartet, dass sich hinter dem Tod etwas ganz anderes auftat.

    „Du wirst dich wundern, was sich da alles auftun wird“, gab mir die schwarze Wölfin zu verstehen.



    Irgendetwas regte sich in mir. Wieder erlebte ich eine Art Zweigeteiltheit. Der eine Teil stand ahnungslos vor dem Tor und der andere wusste ganz genau, was sich dahinter verbirgt: Das Tor gehört zu unserem Leben – zum Leben der Waldbewohner. Es schützt uns vor den Städtern, die uns regelmäßig jagen. Es gibt einige dieser Tore und wenn einer oder eine von uns das Glück hat, es zu erreichen, können wir uns dahinter verbergen, sozusagen unsichtbar werden.

    „Die Städter waren einfache humanoide Lebewesen, die Angst vor euch hatten. Deshalb jagte man euch und gab euch stets die Schuld, wenn ihnen das Schicksal nicht hold war. Im gewissen Sinn hattet ihr die Macht, das Schicksal der Städter zu beeinflussen, aber das würde jetzt zu viel Zeit brauchen, um es zu genau zu erklären. Auf jeden Fall seid ihr Hexen und Elfen, auch Zwerge und andere Lebewesen gewesen, für die es nie Namen gab und auf eine gewisse Art, seid ihr es noch immer, da nie ein Moment verloren geht“, teilte mir die Wölfin mit, als hätte sie meine Gedanken gelesen.



    Ich war, glaube ich, schon immer nur für die weibliche Energie, für die Energie der Anderen Seite oder, wie man sie auch nennt, für die Energie der linken Seite. Sie archiviert alle Momente und lässt nichts verloren gehen. Sie ist auch die wahre Quelle der Kraft, denn es gab einst nur eine einzige Energie und das war die der Anderen Seite, in dem reines Sein existierte – reines und unverwundbares Sein. Irgendetwas musste diese Harmonie gestört haben, als sich etwas löste und veränderte und so zur Veränderung pur wurde, die nicht nur Erneuerung, sondern oftmals mehr Zerstörung in sich trägt.

    „Du vergisst, dass alles immer nur von der Quelle der Kraft ausgeht, dass sie selbst all das ist, was du wahrnehmen kannst und sie durch uns agiert. Das, was wir tun, tun wir durch ihre Kraft. Wir selbst, und das ist jetzt sehr wichtig für dich, bevor wir durch das Tor treten, sind nichts, absolut nichts.“



    Erst wenn wir erkennen, dass wir nichts sind, werden wir alles sein. Ich wusste nicht, warum mir diese Worte so plötzlich einfielen, aber es war genau das Gefühl, das ich hatte, als ich mit der schwarzen Wölfin durch das steinerne Tor schritt und wir urplötzlich in einem weiß schimmernden Raum waren, der aus lauter Lichtstrahlen bestand und die wortlos miteinander kommunizierten. Der Raum war riesig. Ich konnte keine gegenüberliegende Lichtwand erkennen, so weit dehnte er sich aus. Es schien, als wäre alles mit allem verbunden und erinnerte mich an ein gigantisches Spinnennetz, dessen Schnittpunkte wir waren. Die schwarze Wölfin und mich gab es nicht mehr. Wir wurden in diese stille Energie gezogen, bis auch wir Teil dieses Netzes waren, das sich ständig ausdehnte. Ich spürte eine mir sehr bekannte Präsenz, die mehr und mehr Teil meines Selbst wurde und doch fühlte ich keine Persönlichkeit. Ich war tatsächlich ein Nichts, selbst dann, als ich erkannte, dass Bela an meiner Seite war, dass er sich vielmehr mit mir vereinigte und wir ein einziges Lebewesen wurden. Neben mir passierte dasselbe mit Maria und Kim. Wieder wurden sie Eins, aber diesmal zeugten sie kein neues Lebewesen, sondern Energie, wie dies alle Wesen in dieser so angenehmen Sphäre taten.

    Es ist schwer zu beschreiben, da sich in dieser Dimension keine Lebewesen in dem Sinn befanden, sondern eher Energiepunkte, von denen die Kraft des Schaffens ausging. Einfach erklärt war es nichts anderes als das Schaffens der Quelle der Kraft. Hier schien der Ort zu sein, wo alles entsteht und wohl auch wieder vergeht, eine Art Werkstatt oder auch Spielstätte, die uns und wohl auch allen anderen Lebewesen, die wir hier Einblick und Anteilnahme haben durften, zeigte, dass uns eine Kraft leitet, der wir uns niemals entziehen können. Und gleichzeitig sind wir selbst diese Kraft.
     
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