...es ist erstaunlich wie so mancher hier vehement diese Flüchtlingssituation verharmlost.
Ich verharmlose nicht und sehe die probleme durchaus, auch, wenn ich meines wohnsitzes wegen, sicher nicht den besten überblick über die situation in D habe.
Sie übergehen begründete Gedanken vieler Bürger, die wohl sehen wie es wirklich aussieht. Die dort ihre Wohnheimat haben, wo diese Flüchtlingswellen ankommen.
Ich verstehe einerseits die bedenken, die sich auftun, möchte aber auch einmal den begriff 'wohnheimat' unter die lupe nehmen. Was bedeutet das eigentlich? Ist heimat nicht da, wo ich mich sicher fühle und die menschen sind, die mir etwas bedeuten, wo ich arbeite und lebe. Das kann überall sein, das kann auch mal wieder wechseln. Ein bisschen kann ich mich da auch einfühlen, weil ich selbst in meiner kinder- und jugendzeit unzählige male umgezogen bin (auch in verschiedene länder).
Den nationalen gedanken an 'heimat', ev. ein bestimmtes wohn
recht etc. sollte man ev. mal überdenken.
Diese "Zuwanderung" heute hat mit damaligen Flüchtlingssituationen wohl sehr wenig gemeinsames!
Das mag sein (kenne mich da zu wenig aus), allerdings hat auch die gesamtbevölkerung der welt zugenommen, die mobilität ist gestiegen, ev. auch die zahl an konflikten, etc. Darum die höhere zuwanderung.
Ich möchte hier nicht die doch vielen Situationen von Bürgern bringen, die wahrlich ihre Angst begründen können. Leider werden diese Bürger wohl nicht gehört....
Ich denke alles zu seiner zeit. Erst ist nun die zeit der ersten nothilfe menschen gegenüber, die uns brauchen. Diese ersthilfe wird monate in anspruch nehmen.
Ich halte es für wichtig - wäre ich politikerin - die ängste der menschen ernstzunehmen und ich denke mir, dass das auch gemacht werden wird. Es werden momentan prioritäten gesetzt und die liegen in der aufnahme, unterbringung, verköstigung, etc. der flüchtlinge.
Je mehr 'bürger' z.b. für ausbildung (lehrer) oder in der sozialen arbeit ins boot geholt werden können, desto eher wird die angst sinken, sprich: Konfrontation mit dem 'fremden' und damit einsicht und verständnis für die geschichten der menschen.
Man könnte langzeitarbeitslose, mütter, die noch zu hause, aber bereits wieder auf dem sprung ins arbeitsleben sind, ev. ältere, rüstige personen mit ins boot holen.
Es ist bereits seit längerem soweit, das die Flüchtlingssituation nicht mehr zu bewältigen ist!
Momentan sind die politiker guten willens und ich finde es wichtig, diesen willen und die energie, die dahinter steckt, zu unterstützen. Auf die länge gesehen, wird sich Europa aber als ganzes mit den flüchtlingen beschäftigen müssen, Europa besteht es ja nicht nur aus Deutschland. Im gegenzug wird es nötig sein, dass flüchtlinge sich anpassen, was ich auch als integrationswillen deute.
Und zum Beispiel die Stadt München verliert den Überblick über neuankommende Flüchtlinge. Registrierung findet gar nicht mehr statt.
Ich sehe die problematik durchaus und das ist ein problem, das zu erwarten war. Hier könnten neue 'stellen' geschaffen werden, wofür aber der bürokratische apparat zu langsam funktioniert. Ich denke aber, dass auch das organisatorische hürden sind, die irgendwann zu schaffen sind, wenn auch nicht sofort. Das gleiche gilt für die zig tausend asylanträge. Die können beim besten willen nicht von heute auf morgen geprüft werden.
Von Tausend ankommende Flüchtlinge, die zur Registrierung geführt werden, verschwinden an die 300 die sich der Registrierung so entziehen. Viele steigen einfach in Taxis ein und sind verschwunden.....anscheinend haben sie genügen Geld in der Tasche....arm ?
Ich gehe nicht davon aus, dass diejenigen, die abtauchen per se genügend geld haben. Sie sehen die entstehenden probleme, sind traumatisiert, haben angst vor einer sofortigen ausschaffung oder trennung innerhalb der familie und verschwinden. Würde ich ev. in der selben situation auch so machen.
Randale, Raufereien in den Flüchtlingszentren sind keine Ausnahme! Und Radikale Salafisten sind unterwegs um Flüchtlinge anzuwerben!
Und dann fehlen immer mehr Ehrenamtliche Helfer!
'Helfer' sollten nicht nur ehrenamtlich zum einsatz kommen. Bezahlte arbeit ist in den meisten köpfer (nicht in meinem) noch mit mehr 'wert' und anerkennung verbunden. Es sollten bezahlte stellen geschaffen werden, was auch signalwirkung auf die 'bürger' hat, die so erfahren, dass ihre arbeit tatsächlich gebraucht wird, sie ein teil dieser 'problembewältigung' werden und damit einen entscheidenden beitrag leisten können.
Ob hier irgender irgendwen anderen für irgendwas anwirbst, weiss ich nicht. Wo grosse menschenmassen auftreten, kommt und kam es immer schon zu streit, randaliererei, diebstählen, etc. Das hat mit flüchtlingen per se nichts zu tun.
Bitte nehmt auch die Sorgen und Ängste der Bürger wahr, die einfach nur in Ruhe in ihrer Heimat leben wollen....
Europa hat offene grenzen, arbeitet zusammen. Das hat etwas zu bedeuten und soll auch etwas bedeuten. Jetzt ist Europa in dieser bedeutung, die es sich doch selbst gibt, erstmals wirklich gefordert.
Und: Hat es nicht ev. bei so vielen menschen, die jetzt aufgenommen werden, die hier menschliches und unterstützendes erfahren, eine signalwirkung, dass sie feststellen, wie es auch sein kann/könnte und daraus mut schöpfen, sich gegen unterdrückung und krieg in ihren eigenen herkunftsländern zu wehren? Das geht leider auch nicht von heute auf morgen.