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  1. Hinweis: Dieser Blog ist in seiner Entstehung begriffen, weshalb die Themen vorläufig und teils noch unfertig sind. Ich fasse hier zusammen, was ich im gleichnamigen Thread oder in anderen dazu schreibe.



    Inhalt

    - Meine ersten Begegnungen mit Anthroposophie
    Dreigeteilter Lebensweg
    Vor meinem Sturz
    Präzision, Respekt und Objektivität


    - Umgang mit Büchern und eigenen Fragen

    - Von der Lehrerschaft

    - Das Grundlagenwerk "Theosophie"
    Der Mensch als Bürger dreier Welten

    - Einiges vom Tod
    seelischer Tod

    - Einiges vom Mond






    Meine ersten Begegnungen mit Anthroposophie


    Dreigeteilter Lebensweg

    Mein dreigeteilter Lebensweg von existenziellen Grundsatzfragen bis zur Anthroposophie ist ein gesteinter Weg! Er lässt sich in etwa drei Abschnitte einteilen:

    Zunächst bin ich quasi mit lauter Fragezeichen gegenüber dem Leben geboren worden, die sich auch nicht auflösen ließen, da ich keine genügenden Antworten fand. Gewisse Antworten, die sich darboten, waren nicht umfassend und nicht nachvollziehbar genug. Man hatte eigentlich nur die Wahl, sich an jene zu klammern oder ob nicht und mit letzterem eine gewissen Verlorenheit und Einsamkeit in Kauf zu nehmen. Ich zog letzteres vor, blieb lieber orientierungsloser Eremit, weil es meinem Wahrheitssinn nicht entsprach und es entspricht damit zusammenhängend mir auch nicht, mich an den oder das Meistbietende an den Hals zu werfen. - Ich würde mich wie eine Hure verkaufen.

    Dann wurde ich schwer krank, das Schicksal stürzte mich von meinem persönlichen Turm zu Babel, den ich mir offenbar gebaut hatte. Unter den Trümmern meiner selbst hatte ich nun die Wahl, entweder begraben zu bleiben oder aus den Trümmern ein Pflänzlein hervorsprießen zu lassen.

    Vor meinem Sturz machte ich schon Bekanntschaft mit der Anthroposophie Rudolf Steiners, deren Wert ich erst nach meinem Sturz richtig zu schätzen gelernt habe. Durch sie kann ich meine Fragen so sinnvoll und abgerundet beantwortet finden, dass sie nicht einfach etwas behaupten und man die Wahl nach dem Motto "Friss oder stirb" hat, wie oben angesprochen, sondern Rudolf Steiner respektiert in seiner Ausdrucksweise die Mündigkeit seiner Zuhörer und Leser, indem er notwendig Verständnisbrücken und Verbindungslinien einbaut.

    Die grundsätzlichste Frage ist für mich wohl die, inwiefern Leben und Tod sinnvoll zusammenhängen. Mit der Klärung dieser Frage hängen auch viele, viele weitere Fragen zusammen, die gleich mitgeklärt werden. Dies alles beantwortet mir nur die Anthroposophie, da sie sich mir als selbstständig Denkender als kompetent erwiesen hat.


    Vor meinem Sturz

    Vor vielen Jahren las mir eine Freundin abends aus einem Buch vor, das mir wie auch der Autor völlig unbekannt war. Ich erinnere mich noch an den Begriff „Geisterland“ und vage an dessen Umschreibungen und hatte ihr damals gesagt, zwar von den Inhalten noch nie gehört zu haben, aber doch kämen sie mir irgendwie bekannt vor.

    Wir verloren uns aus den Augen, aber ich verlor die Erinnerung an das „Geisterland“ nicht. Jahre später besuchte ich einen Vortrag in der Waldorfschule, der mir einen weiteren Impuls gab und ich mich für die anthroposophische Literatur zu interessieren begann. Dann fand ich allmählich heraus, dass meine Freundin eigentlich nur aus dem kleinen Büchlein „Theosophie“ von Rudolf Steiner vorgelesen haben musste.

    Warum mich das „Geisterland“ so sehr bewegte, waren nicht die Beschreibungen, die ich zunächst gar nicht einordnen und begreifen konnte. Die bloßen Beschreibungen hätte man auch als einen irrationalen Ausdruck einer Gefühlsphilosophie sehen können, wie sie von scheinbar esoterischen Autoren oft verwendet wird, die Rudolf Steiner in seiner „Die Philosophie der Freiheit“ im achten Kapitel auf den ersten fünf bis sechs Seiten beschreibt: „Da das Gefühl etwas ganz Individuelles ist, …, so macht der Gefühlsphilosoph ein Prinzip, das nur innerhalb seiner Persönlichkeit eine Bedeutung hat, zum Weltprinzip.“

    In den mir vorgelesenen Worten Steiners klang unterschwellig eine ganze Menge immer wieder durch, dass man z. B. mit seinem persönlichen Selbstgefühl leicht dazu verführt ist, sich selbst aufzublähen und die Welt damit zu ersticken. Sie deuteten stattdessen an, dass es etwas anderes sein musste, dass es ein mir bewusst noch unbekanntes Höheres war, das verbindend und vermittelnd wirkt.

    Ich spürte also, dass mit Rudolf Steiners Literatur etwas vorgelegen hat, das zwar aus sich herausgehen lässt, ohne aber sich selbst zu verlassen. Es schließt mit eigenen Gefühlen nicht aus, sondern verbindend in ein Weltganzes ein und erweitert sie gleichsam in einer Gesamtheit, welche nicht nur die Gefühlswelt betrifft.

    Ich erinnere mich also weniger an die Inhalte, dafür umso mehr an die Ausdrucksweise. Sie zeigte eine Präzision an, die nicht zwanghaft erschien und die auf keinen Fantasten hinwies, sondern vielmehr einen Respekt gegenüber dem Leser anzeigte. - Dies weckte mein Interesse.


    Präzision, Respekt und Objektivität

    Ich begann, Literatur des Verfassers zu lesen und habe dabei dreierlei bemerkt: Die präzise und respektvolle Ausdrucksweise zum unbekannten Leser ist durchgängig geblieben; die Inhalte bedürfen wegen der alten, nicht immer verständlichen Ausdrucksweise, eine gewisse Übersetzungsarbeit und sie benötigen nicht nur ihre Zeit, um bloß intellektuell verstanden werden zu können, sondern noch sehr viel mehr Zeit, ja geduldige und angestrengte Reifezeit, um die geistigen Inhalte in den Besitz des eigenen Geistes wandeln zu können. – Auch das ist etwas, das Arbeit an sich selbst, an seinen eigenen Geist bedeutet.

    Zur überall vorfindenden Präzision in Rudolf Steiners Ausdrucksweise gehört bei ihm untrennbar die Objektivität dazu, wobei er eine Einzelheit gleichsam in den notwendigen Zusammenhang stellt. Diese Verbindung zwischen Einzelheit und Zusammenhang wird dem Leser für sein eigenes Denken zu einer steten herausfordernden Übung, welche ihm mehr und mehr ermöglicht, das Gelesene nicht bloß glaubend zu übernehmen, sondern es notwendig nachzudenken, worauf Rudolf Steiner immer wieder hinweist.



    Umgang mit Büchern und eigenen Fragen



    Unter folgender Seite sind viele weitere Informationen zu Rudolf Steiner und der Anthroposophie zu finden: http://www.rudolf-steiner.org/

    Rudolf Steiner hat sehr viele Vorträge gehalten, die stenographisch mitgeschrieben wurden und die bis heute als Bücher herausgegeben werden; aber er hat auch Bücher selbst geschrieben, die noch mehr als die Vorträge, hoch konzentrierten Inhalts sind. Dennoch treten bei mir als Leser verschiedene Fragen auf, die aus den erklärten Zusammenhängen nicht beantwortet werden können, denn sie entsprechen nicht meinen eher streunenden Gedanken und Fragen, weshalb es von mir zu viel verlangt wäre, dass sie dort auch gleich beantwortet hätten werden müssen.

    Diese stelle ich dann zurück, behalte sie im Gedächtnis oder notiere sie in einem Archiv, zu denen sich mir im Verlauf des Studium seiner Werke immer wieder Teilantworten ergeben, die ich zu den Fragen notiere, bis allmählich ein für mich persönlich abgerundetes Gesamtbild entsteht.

    Liest man eine Einzelaussage, ohne die Bereitschaft, sich den notwendigen Zusammenhang erschließen zu wollen und nimmt man sie so, wie sie geäußert wird, kann das nur ein Unverständnis erzeugen, wenn z. B. oberflächlich gelesen wird, dass des Menschen Haupt auf der Sonne zum Mittelpunkt gerichtet gewesen wäre.

    Vor allem als junger Mensch hat man die Neigung, Einzelaussagen nicht nachzuprüfen und sie unreflektiert glaubend zu übernehmen. Man will lieber diesen bequemen Weg gehen, statt die ihnen zugehörigen Zusammenhänge mit Fleiß aufzusuchen. Doch damit wird man der Angelegenheit nicht gerecht und man wird durch verschiedene Gegenreaktionen immer wieder angestoßen, die in einem selbst liegen können oder an anderen Personen, bis eine Wandlung geschieht, die veranlasst, seine Neigung überprüfen zu sollen.



    Von der Lehrerschaft

    Ich sehe Rudolf Steiner als einen Lehrer an, und ich darf sagen, als einen großen Lehrer, denn zu dem bereits Angeführten fügt sich zur fachlichen Kompetenz noch hinzu, was einen guten von einem schlechten unterscheidet. Der gute Lehrer baut für seine Schüler Brücken zum selbständigen und nachvollziehbaren Verstehen, das ihn innerlich aufbaut, während der schlechte Gehorsam verlangt, polarisiert und eitel darauf bedacht ist, den schönen Schein zu bewahren.

    Man gewöhnt sich leicht an die schlechten Lehrer; ja, man ist sie so sehr gewohnt, nach ihnen regelrecht zu verlangen. Und sie bieten dem Verlangenden in verschiedener Verkleidung den schönen Schein.

    Mir aber ist von ihnen übel geworden und speie sie aus mir heraus. Ich ging den Gründen für meine Übelkeit nach und stieß auf die oben genannten, nur angedeuteten Methoden. Allerdings meine ich mit dem Ausspeien nicht die Person der schlechten Lehrer, sondern nur das von ihnen kommende Schlechte in mir, soweit ich es erkennen kann.



    Das Grundlagenwerk "Theosophie"

    Ich möchte nun beginnen, das Grundlagenwerk Rudolf Steiners, die „Theosophie“, inhaltlich vorzustellen und daran zeigen, wie er (stets) Brücken baut. Darin werden in der Anthroposophie geläufige Fachausdrücke wie "physischer Leib", "Ätherleib", "Astralleib" "Ich" und weitere erläutert.

    Es beginnt mit dem dreigegliederten Wesen des Menschen:


    1) Die leibliche Wesenheit

    2) Die seelische Wesenheit

    3) Die geistige Wesenheit


    Zu dieser Dreiheit muss es einen nachvollziehbaren Grund geben, den er mit Beobachtungen und Folgerungen Goethes belegt und sie weiter ausführt. Schließlich parallelisiert er diese menschliche Dreiheit mit (den) drei Welten - die physische, die seelische und die geistige (in der geistigen findet sich übrigens das schon angesprochene „Geisterland“) - und setzt sie einander in Beziehung. - Dieses Parallelisieren und In-Beziehung-Setzen ist ein wichtiges didaktisches Mittel eines guten, hier eines geheimwissenschaftlichen Lehrers, durch das der Leser einen verstehenden Einblick in das Verhältnis zwischen Physis und Geist, Mensch und Welt gewinnen kann.


    Der Mensch als Bürger dreier Welten

    Rudolf Steiner zitiert in dem Kapitel „Das Wesen des Menschen“ folgende Worte Goethes, die in schöner Art den Ausgangspunkt eines der Wege, auf denen das Wesen des Menschen erkannt werden könne, bezeichnen würden. Analog zu der tabellarischen Gliederung der drei Wesenheiten des Menschen, schreibe ich die drei Welten zur besseren Übersicht und Zuordnung hier noch gegliedert:

    ‚Sobald der Mensch die Gegenstände um sich her gewahr wird, betrachtete er sie in bezug auf sich selbst;

    und mit Recht, denn es hängt sein ganzes Schicksal davon ab, ob sie ihm gefallen oder missfallen, ob sie ihn anziehen oder abstoßen, ob sie ihm nützen oder schaden. ...

    Ein weit schwereres Tagewerk übernehmen diejenigen, deren lebhafter Trieb nach Kenntnis die Gegenstände der Natur an sich selbst und in ihren Verhältnissen untereinander zu beobachten strebt: denn sie vermissen bald den Maßstab, der ihnen zu Hilfe kam, wenn sie als Menschen die Dinge in bezug auf sich betrachten. Es fehlt ihnen der Maßstab des Gefallens und Missfallens, des Anziehens und Abstoßens, des Nutzens und des Schadens. Diesem sollen sie ganz entsagen, sie sollen als gleichgültige und gleichsam göttliche Wesen suchen und untersuchen, was ist, und nicht, was behagt.’ …

    Rudolf Steiner fügt erläuternd hinzu: „So verbindet sich der Mensch immerwährend in dieser dreifachen Art mit den Dingen der Welt. … Es ergibt sich aus ihr, dass der Mensch drei Seiten in seinem Wesen hat. Dies und nichts anderes soll hier vorläufig mit den drei Worten Leib, Seele und Geist angedeutet werden.“ Mit Leib sei gemeint, wodurch sich dem Menschen die Dinge seiner Umwelt offenbarten. Mit Seele solle auf das hingedeutet werden, wodurch er die Dinge mit seinem eigenen Dasein verbinde, wodurch er Gefallen und Missfallen, Lust und Unlust, Freude und Schmerz an ihnen empfinde. Als Geist sei gemeint, was ihm offenbar würde, wenn er, nach Goethes Ausdruck, die Dinge als „gleichsam göttliches Wesen“ ansehe.


    Ein Beispiel:

    Hört man in der Außenwelt von Engeln, so wirkt das auf das Innenleben und sie können anregen, sich eigene Vorstellungen nach Maßgabe der Wogen des „Gefallens und Missfallens, des Anziehens und Abstoßens, des Nutzens und des Schadens“ machen. Auf diese Weise erstellt sich der Mensch durch Anregungen der Außenwelt eine eigene Innenwelt.

    „Ein weit schwereres Tagewerk übernehmen diejenigen“, die ohne die Wogen des Seelischen darüber nachdenken, was von der Außenwelt an sie herantritt. Durch den Geist würde die Außenwelt in einer höheren Art offenbar, meint Rudolf Steiner. Im Inneren enthüllten sich zwar die Geheimnisse der Außenwelt; aber der Mensch trete im Geiste aus sich heraus und ließe die Dinge über sich selbst sprechen, über das, was nicht für ihn, sondern für sie Bedeutung habe.

    Zusammenfassung
    Das der Mensch ein Bürger dreier Welten sei, fasst Rudolf Steiner zusammen: „Durch seinen Leib gehört er der Welt an, die er auch mit seinem Leibe wahrnimmt; durch seine Seele baut er sich eine eigene Welt auf; durch seinen Geist offenbart sich ihm eine Welt, die über die beiden anderen erhaben ist.“

    Er fügt noch hinzu, dass es einleuchtend schiene, dass man, wegen der Verschiedenartigkeit dieser drei Welten, auch nur durch drei Betrachtungsweisen Klarheit über sie und den Anteil des Menschen an ihnen gewinnen könne. - Diese drei Betrachtungsweisen führt er im Anschluss dann auch differenzierter aus.



    Einiges vom Tod

    Die materialistische Schulmedizin spricht vom Hirntod im Sinne ihrer Messmethoden.
    Doch geheimwissenschaftlich ist der körperliche Mensch erst dann tot, wenn sein Ätherleib ihn verlässt.
    Daneben gibt es aus geheimwissenschaftlicher Sicht noch weitere Tode, so das Töten des Lichts und der Luft oder der seelische, wenn kein Glaube oder keine Beziehung zu den übersinnlichen Welten besteht. Der Mensch bedarf danach. Aber der heutige Mensch weiß gar nicht, was und wie das gemeint ist, denn er sieht den Menschen nur als ein physisch-materielles Wesen an, dessen Seelisches und Geistiges nur Produkte der Materie seien.

    Seelischer Tod
    So kann gemeint werden, ein Tod sei auch, keine seelische Beziehung zum Menschen ohne Bezug zum Übersinnlichen zu haben. Doch hier wird der Mensch vom Übersinnlichen getrennt gedacht und sieht ihn nicht mit ihm in engster und untrennbarer Verbindung.
    In den persönlichen Lebensfragen eines jeden über Zugang und Beziehung zu anderen Menschen, besteht oft ein Hickhack zwischen Hingabe und Ablehnung, was auch an der eigenen Seele nagt. Man fragt sich nicht nur, wie das eigentlich kommt, sondern auch, wie das Nagen an der eigenen Seele ein Ende haben könnte.
    Eine weitere Entwicklung kann es bedeuten, über das Ende des eigenen Leids hinauszublicken, und selbst die, die man nicht hatte leiden können, die einem das Leid gebracht haben, als eine Bereicherung zu sehen. - Insofern begegnet man selbst in dem Falschen und Unsympathischen immer den Richtigen!
    Schon wenn wir hymnisch und inbrünstig von einer Bruderschaft unterhalb der gesamten Menschheit sprechen, ist das längst etwas, das nicht auf physisch-materieller Ebene basiert, welches wir mit unseren physischen Sinnen erfassen können und ist auch kein Produkt von Atomen, sondern ist eine seelisch-geistige Empfindung, die aus dem Übersinnlichen schöpft.

    Irritation und Wahrheitssuche in Religion
    Irritation ist etwas, von dem Religion - heute wenigstens - mir als durchzogen erscheint. Sie ist es, die einen seelischen Tod herbeiführt, und um diesem zu entgehen, vermeint man, sich dem knechtend an den Hals zu werfen, was heute landläufig als Religion gemeint wird oder man wendet sich von dem ab. Andere suchen andere Wege. Der Irritation aus dem Wege gehen wollend, drohen Illusion und Täuschung.
    „In der Seele sucht der Mensch nach Wahrheit; und durch diese Wahrheit spricht sich nicht allein die Seele, sondern sprechen sich die Dinge der Welt aus.“ Rudolf Steiner, Theosophie, im Kapitel „Leib, Seele und Geist“, S.44. Gerät sie auf Abwege, erstarrt sie und stirbt in dem Maße der Abwegigkeit ab.




    Einiges vom Mond

    Fragt man aus okkulter Sicht nach dem Grund und Sinn des Traums, führt dieses zur dritten Erd- bzw. Menschheitentwicklungsepoche, die Mond genannt wird.

    Mit der Nacht, dem Schlaf und mit seinen Träumen wird immer wieder der Mond assoziiert. Mag ein Grund dafür sein, dass er im Gegenzug zur Sonne sichtlich der Herr der Nacht ist, wann wir gewöhnlich auch schlafen.
    Dieser Zustand, wie er sich heute noch im Schlaf zeigt, soll etwa der Entwicklung des Bewusstseins der Menschheit in der dritten Entwicklungsepoche, Mond genannt, entsprechen. (Rudolf Steiner, Die Geheimwissenschaft im Umriß, Die Weltentwicklung und der Mensch)
    Werdender und Scirocco88 gefällt das.
  2. Hinweis: Dieser Blog ist in seiner Entstehung begriffen und bezieht sich auf den Thread "Moral predigen oder begründen?" im Religionsforum.


    I n h a l t

    - Predigen oder begründen?

    - Bibel als Vorschriftenbuch?

    - Darf die Kirche oder der Atheist über Moral sprechen?

    - Moral künstlich begründen?

    - Rechtfertigung statt Begründen

    - Den Quell der Moral suchen





    Predigen oder begründen?

    Der atheistische Philosoph Arthur Schopenhauer soll den Satz geprägt haben, Moral predigen sei leicht, doch Moral begründen schwer. - Doch was ist der Unterschied? Hat es überhaupt einen Sinn, Moral begründen zu sollen? Was heißt begründen und was macht der Unterschied für uns aus? Was kann es uns bringen?



    Bibel als Vorschriftenbuch?

    In der Kirche wird immerzu moralisch gepredigt. Ist dieses Predigen gleichbedeutend mit einer Begründung der Moral? Einmal wurde gepredigt, man solle sich dem Zorn nicht hingeben und berief sich auf die Bibel. Man gab ein Beispiel beim Autofahren an, wobei jemand in einem Stau stand und tobsüchtig dem Vordermann, der ohne ersichtlichen Grund einfach nicht weiterfuhr, an den Hals springen wollte.
    Es wurde sich auf die Bibel berufen und mit ihr wurde die Ansicht zwar begründet, doch reicht das aus, wenn in der Bibel wie in einem Vorschriftenbuch nachgeschlagen wird?



    Darf die Kirche oder der Atheist über Moral sprechen
    ?

    Schopenhauer soll das Christentum unerbittlich kritisiert und es bekämpft haben, wie es ihm seinerzeit begegnete. Nun könnte mancher meinen, es sei zweifelhaft, dass der Atheismus über Moral berechtigt eine Aussage machen könnte. Oder man kann - von den Kirchenpredigten genervt - umgekehrt meinen, dass der Atheismus dazu berechtigt wäre und die Kirche dafür keine Kompetenz hätte.
    Wenn der Atheismus eine Moral entwirft, dann basiert diese in der Regel auf gemeinschaftliche Übereinstimmungen, auf so genannten Konventionen. Spricht aber ein Kirchenprediger über Moral, so begründet er sie aus Sicht eines Atheisten mit der Bibel im Sinne eines Vorschriftenbuches, womit er seine Predigt legitimiert. Oft heißt es, man solle sich dem Zorn nicht hingeben, indem es ja in der Bibel stünde. Aber ein wirkliches, tiefes Verständnis, nicht zornig sein zu sollen, kann so nicht entstehen. Es appelliert vielmehr an ein Bestreben, sich blindgläubig abhängig zu machen, sich selbst, seinen eigenen Geist nicht entwickeln zu wollen.



    Moral künstlich begründen?

    Man kann meinen, eine Begründung der Moral könne man am wohltätigen Wirken eines Christen sehen, dem man ein moralisches nachsagt. Dieser Mensch mag sich einsetzen für soziale Zwecke, doch steht dem ein krimineller Mensch entgegen, der, etwa ein Zuhälter, ganz anders in seinem Sinne wohltätig und sozial ist. Die bloße Beobachtung solcher Personen, die man als ein Vorbild für ein moralisches Verhalten sehen kann, führt nicht zu einem innerlichen Begründen, denn der Beobachter kann ein Moralisches nicht einfach künstlich in sich festlegen, als ob er eine Maschine wäre. Was ihm moralisch als das Richtige erscheinen lässt, wer für ihn vorbildhaft ist, ob Christ oder Zuhälter, hängt von seiner Einstellung ab, die er bis dahin hat.



    Rechtfertigung statt Begründen

    Ein Begründen der Moral wird immer wieder mit einer Rechtfertigung verwechselt. Man meint, man solle sich für seine moralische Einstellung, ob gut oder schlecht, rechtfertigen.



    Etwas übers Be-gründen

    Betrachtet man das Begründen, das bloße Wort "begründen" dahin genauer, was in ihm an Einzelheiten steckt, wie man etwa im Wort "Selbstständigkeit" ein "selbst", "ständig" und "stehen" finden kann, dann zeigen sich im Begründen wichtige Hinweise mit "Grund", "gründen" und "grün"auf seine tiefere Bedeutung.



    Den Quell der Moral suchen

    Um Moral begründen zu können, muss ihr Grund bzw. ihr Quell aufgesucht werden. Nur dort können moralische Impulse empfangen werden, die irgendwie mit Grün zusammenhängen. Dort am Quell ist die Moral völlig rein, völlig frei von Schuld und dies hat offenbar mit Grün zu tun. Die Pflanze ist voller Grün, der Mensch aber voll des roten Blutes. Wie die Farbe Rot die Gegenfarbe zu Grün ist, so auch der Mensch zur Pflanze. Beide haben zwar die senkrechte Lage gleich, doch muss es die Lage selbst sein, die umgekehrt ist.
  3. I N H A L T

    - Reinkarnation versus Auferstehung?
    - Reinkarnation verbindet Tod und Geburt
    - Persönliche Sünde, Weltsünde, Karma, Kreuzigung und Auferstehung
    - Literatur




    Reinkarnation versus Auferstehung?

    Als ich zum ersten Mal von Reinkarnation hörte, war ich ihr gegenüber nicht ablehnend. Sie schien mir möglich, weil ich an das, was sich mir als christlich mit Vergebung und Auferstehung darbot, nicht recht glauben konnte. Demgegenüber gab mir die Reinkarnation Sinn, denn sie bezieht die Entwicklung des einzelnen Menschen, der Menschheit und letztlich auch die der ganzen Welt mit ein, während im konventionellen Denken dessen, was sich sonst christlich nennt, das Ideal des Glaubens auf Autorität hin vorherrscht. Dazu fügt sich der Zwang, Glauben zu müssen, sonst hätte man nach dem Tod vor dem großen Strafgericht Gottes gestellt keine Chancen.

    Nimmt man aber Reinkarnation für sich in Anspruch, muss sie dann unbedingt gegen Auferstehung und Vergebung sein? Und muss nicht irgendwie doch etwas daran sein, dem zur Aufhebung der Erstarrung einfach der Reinkarnationsgedanke fehlt, und fehlen dem Reinkarnationsgedanken womöglich die Gedanken von Auferstehung und Vergebung?

    Fehlt der Entwicklungsgedanke, muss ein religiöser Glaube, Apokalypse sowie Vergebung und Auferstehung zu einer Erstarrung führen, die den Menschen von dem trennt, das in ihm entwicklungsfähig und individuell ist - sein Ich!

    Seit meinen jungen Jahren ist mir das Verhalten jener sehr seltsam und unverständlich gewesen. Der Unterschied ist heute aber, dass ich nunmehr den Grund kenne und als Gast in ihren Kreisen sitzend mich wage, eine ganz andere Ansicht zu äußern und diese auch noch zu begründen. Kraft meiner Worte schaffen es solche Gruppen nicht weiter, ruhig und freundlich zu bleiben, wie es ihr oberflächliches Bild sonst zeigt. Rede ich selbstsicher von einer Weiterentwicklung über dieses Leben hinaus, stelle ich Vergebung und Auferstehung in ein ihnen völlig unbekanntes Verhältnis in den Rahmen eines über eine einzige Inkarnation und über ein einziges Weltverhältnis hinausgehendes, so geraten jene in eine eigentlich unverständliche erhebliche Unsicherheit.


    Reinkarnation verbindet Tod und Geburt

    In sich als christlich nennenden Kreisen meint man, man müsse seine Individualität klein halten und manchmal sogar leugnen, denn sie zeigen, dass sie ein tiefer seelischer Schock, dass große Existenzängste es sind, die sie zur Erstarrung bringen und sie darin behindern, den Entwicklungsgedanken aufzugreifen.
    Tief in ihrer Seele wird ein Schmerz empfunden, nicht mehr in einer Art Paradies zu sein und es wird eine tiefe Schuld empfunden, etwas getan zu haben, in diesem Zustand nicht mehr sein zu dürfen.
    Die heutige physische Welt wird wie ein Verbannungsort empfunden, sie wird aber auch wie ein Ort der Bewährung gesehen. Man ist in ihr wie in einer Schockstarre geraten, die verhindert, über das hinauszugehen, was die physische Welt bietet. Sie bietet den physischen Sinnen Geburt und Tod, nicht aber das sie übersinnlich Verbindende, das als Reinkarnation über die sinnliche Wahrnehmbarkeit hinausreicht.


    Persönliche Sünde, Weltsünde, Karma, Kreuzigung und Auferstehung

    Schuld hat zwei Aspekte
    Wenn ein Mensch einem anderen ein Leid zufügt, ist das einmal eine persönliche Schuld, die der Verursacher zu tragen hat. Aber diese Tat hat auch ihre Wirkung für die Gesamtheit des Lebens, für die Erde, für die Welt. Die Sünden, Vergehen und Schulden eines Menschen tragen daher in sich zwei Aspekte. Der eine ist subjektiv, also persönlich. Demgegenüber muss der andere objektiv sein und sich auf das Gesamte beziehen - die Welt.

    Persönliche Schuld
    Wir sprechen - anlehnend an die indische Philosophie - von Karma und von der karmischen Schuld. Die karmische Schuld bezieht sich auf die persönliche bzw. subjektive, die der Mensch auszugleichen hat. Aber die objektive Schuld ist keine persönliche und kann daher auch nicht persönlich ausgeglichen werden. Sie ist daher eine Weltschuld.
    Wie verhält sich die Bibel zu dem Aspekt der persönlichen Schuld? Sie sagt sinnbildlich, man würde aus dem Gefängnis nicht herauskommen, bis nicht jeder Heller zurückgezahlt worden wäre. (Mt. 5,26) Trotzdem ist die Haltung gewöhnlich so, als ob bei der Vergebung der Sünden von den persönlichen gesprochen würde.
    Es gibt keinen Sinn, die persönlichen Sünden, die ja noch nicht begangen worden sind, schon im Vorfeld verziehen bekommen zu haben. Verantwortungslosigkeit über sein Verhalten kehrt ein, man kann schön sündigen und sich dann auf Christus bekennen, so seien die Sünden eben einmal getilgt worden.
    Jene Menschen, die sich gewöhnlich Christen nennen, spüren diesen Widersinn und meinen im Zusammenhang mit ihren Existenzängsten, ihn durch eine schon albern anmutende Sentimentalität genügend begegnen zu können.

    Kreuzestod
    Welche Bedeutung hat das nun für den Kreuzestod, von dem es heißt, die Sünden seien vergeben worden? Da sich kein Sinn in der üblichen Auffassung der Sündenvergebung ergibt, wenn die persönliche Schuld bereits durch Karma und Zurückzahlung ausgeglichen werden muss, bleibt nur noch übrig, dass sich der Kreuzestod nicht auf die persönliche, sondern nur auf die objektive Weltenschuld des Menschen bezieht, welche er offensichtlich persönlich nicht ausgleichen kann.

    Die neue Erde
    Die so genannte Auferstehung muss also im Zusammenhang mit der Tilgung der Weltsünde (es ist also nicht die persönliche Sünde gemeint!) stehen und ist keinesfalls konträr zur Reinkarnation. Die Weltsünde fließt nun so in den Entwicklungsgedanken ein, die, laut Anthroposophie, in eine neue Erde, in eine neue Welt mündet, die „Jupiter“ genannt wird. Es muss eine neue Erde als Wohn- und Entwicklungsort entstehen, die vor lauter Weltsünde nicht tot geboren werden darf, sonst wäre Entwicklung auf ihr nicht möglich.
    Die Bibel spricht zwar an einigen Stellen eine neue Erde an, doch stehen diese in keinem recht verstehbaren Zusammenhang, der erst durch die Erläuterungen der Anthroposophie entsteht. In 2Petr. 3,13 heißt es, man erwarte eine neue Erde. In der Offenbarung heißt es im Kapitel 21, Vers 1, man sehe eine neue Erde und die alte sei vergangen.

    Auferstehungsleib
    Des Weiteren erhält der Mensch einen neuen Leib, der den Verhältnissen der neuen Erde angepasst sein muss, der der so oft genannte Auferstehungsleib ist.


    Literatur

    Die Weltsünde, die die neue Erde tot gebären würde, ist durch das Mysterium von Golgatha durch bestimmte Umstände, die die Anthroposophie durch die übersinnliche Schau Rudolf Steiners genau beschreibt, getilgt worden. Zum Thema empfehle ich das Studium besonders der beiden folgenden Werke Rudolf Steiners: Christus und die menschliche Seele, Die Geheimnisse der biblischen Schöpfungsgeschichte
  4. Hinweis: Der Blog ist in seiner Entstehung begriffen. Ich werde hier nach und nach zusammenfassen, was ich im Forum über Homöopathie schreibe oder was mir dort als erwägenswert erscheint.



    I n h a l t

    - Vorwort

    - Atome versus Empfindung

    - Mangelnde Erklärlichkeit

    - Natur statt Naturidentisches

    - Original und Fälschung

    - Mangelnde Diskutierbarkeit

    - Atome gibt's real nicht!
    Realität und Abstraktion



    Vorwort
    Die Naturheilmedizin gewinnt zwar mehr und mehr an Annerkennung, aber die Verständnisgrundlage dafür, wie was wirkt und warum, kann für gewöhnlich nicht nachvollzogen werden. Dies wird als Grund genommen, dass an ihr deshalb auch nichts sein könne. Eine Wirkung will ihr die moderne Medizin lediglich durch ihre Methode, die hier kurz als Atomismus bezeichnet sein soll, und dem, was sich ihm angegliedert wie Zentral- und Potenzialkräfte, zubilligen. Kann erst hiermit eine Wirkung der Naturheilmedizin dargelegt werden, wird sie nur dadurch von dem, was heute als Naturwissenschaft als Grundlage der modernen Medizin gilt, anerkannt.

    Hier soll versucht werden, die Verständnislücke zu schließen.



    Atome versus Empfindung

    Die Anschauung über Atome und Moleküle ist eine, von der nicht dargelegt wird, wie es zu ihr kommt. Sie wird der Bevölkerung immer wieder als ein feststehendes Resultat präsentiert, bis es droht, dass in ihr lediglich ein Glaube auf Autorität entsteht. So entsteht eine Vorstellung, dass etwas nicht Dargelegtes, dass etwas Behauptetes dennoch wirken solle.

    Dieses angebliche Wirken wird in einer Weise dargestellt, als ob es einen universellen Anspruch in sich trüge und ein Widerspruch daher nicht sein könne und auch nicht sein dürfe. Gemessen mit einer Wissenschaft wie die der Homöopathie, stoßen zwei verschiedene Denkweisen aufeinander.

    Wie in den TV-Medien bewusst Personen mit gegensätzlichen Ansichten zur Diskussion eingeladen werden, so fällt dem unabhängig Beobachtenden auf, dass Gleiches um das Thema Atom nicht stattfindet. Vielmehr lassen sich ausschließlich Befürwortungen für es in der Weise vorfinden, als ob es die unverbrüchliche und einzige Lehre zur Erklärung und zum Verständnis der Welt und für alles Lebendige wäre. Dem Unabhängigen aber kommt das regelrechte Anhimmeln des Atoms in Verbindung mit der fehlenden Diskussion und als Erklärung für das Lebendige suspekt vor.

    Homöopathische Essenzen entsprechen gemäß der Empfindung des Menschen, sofern er nicht dem Glauben auf Autorität der Atombefürwortung folgt, als ein Lebendiges, während eine atomare oder molekulare Vorstellung ihn als eine Erklärung für das Lebendige irritiert, ohne aber es begrifflich erklären zu können.



    Mangelnde Erklärlichkeit

    Es fehlt nicht nur auf Seiten der Homöopathiebefürworter die Grundlage für eine Begreiflichkeit, sondern auch auf der der Atom- bzw. Molekularbefürworter, denn auch sie wissen nichts Notwendiges über das Atom, um eine Urteilskraft herbeiführen zu können. Das ist nur demjenigen möglich, der vom Fach kommt ist oder dem, der sich eingehender mit den Prinzipien der Vorgehensweise der Atomphysik befasst. Aber wer tut das schon, denn man stellt sich dabei eine Undurchdringlichkeit abstrakten Denkens vor und gibt dann lieber klein nach. Oft recherchieren Journalisten die unmöglichsten Dinge und tragen sie ans Licht der Öffentlichkeit, doch an dieser Stelle wird nichts unternommen, jedenfalls ist mir nichts bekannt und an den Reaktionen anderer sehe ich auf beiden Seiten dasselbe.

    Homöopathiebefürworter können ihre Haltung gegen den Atomismus also ebenso wenig erklären, wie die Homöopathiegegner für ihn, weil sie alle nicht wissen, was Atome/Moleküle genau sind, wie die Denkweise ist, mit der auf diese gestoßen wird und welche Reichweite ihre Wirkmöglichkeit bzw. ihre Bedeutung haben.

    Damit wird ihnen allen die Möglichkeit erschwert oder gar unmöglich gemacht, begrifflich erfassen zu können, was die Grenzen und was über die Reichweite von Atomen und Molekülen hinausgehen mag. Denn die Fachleute sprechen stets viel über Atomistik, aber sie hüllen darüber den Vorhang des Schweigens, als ob es sich um ein zu hütendes, ja heiliges Geheimnis handeln würde. Damit verstärken sie den bereits gemachten Eindruck, dass Atomares und Molekulares das einzig Existente wäre, und das darüber Behauptete das einzig Wahre sei.
    Aber Homöopathiebefürworter empfinden intuitiv, dass es das Lebendige selber ist, das durch Atome und Moleküle nicht erfasst werden kann, welche vielmehr als einer toten Mechanik entsprechend empfunden werden.



    Natur statt Naturidentisches

    Mit dem Aufkommen der Industrialisierung und dem Wirtschaftswunder nach dem zweiten Weltkrieg, entstand eine politische Oppositionshaltung der so genannten 68er-Generation. Sie wollte zurück zu Natur und zum Natürlichen statt Chemie und Mechanik, wenngleich sie der chemischen Anti-Baby-Pille den Vorzug gab. Man begann das, was aus dem chemischen Labor in das soziale Leben trat, als etwas Unnatürliches zu empfinden, z. B. traten chemische Bleichmittel den Einzug an, statt die Wäsche nachts auf die Wiese auf die Bleiche zu legen. Bleichmittel haben den Komfort, nicht auf das Wetter und auf das Scheinen des bleichen Mondes achten zu müssen und können bequem jederzeit verwendet werden. Oder es tauchten naturidentische Vitamine auf, um mit ihnen einen möglichen Vitaminmangel durch die mehr und mehr industriell verarbeiteten Lebensmittel auszugleichen. Die im chemischen Labor entstandenen Vitamine mögen zwar baugleich denen der Natur sein, doch Baugleichheit entspricht empfindungsgemäß nicht einer Naturgleichheit.



    Original und Fälschung

    Baut man ein berühmtes Gebäude nach, dann trägt der Nachbau nicht dieselbe Bedeutung in sich, wie das Original. In England gibt es aber so genannte Follys, die nicht unbedingt ein Nachbau sein müssen. Man hat während des Imperialzeitalters Originalbauten von ihrem Entstehungsort entfernt, wo sie in der betreffenden Kultur eingebettet gewesen waren, und sie in England aufgestellt. Die fehlende Einbettung ist es, die ein Folly zum Betrügerischen macht, obwohl es ist ein gewisser Prachtbau ist, dem aber der ursprüngliche Sinn fehlt, denn es ist das Seelische der Kultur nicht mitgekommen, sondern nur das Skelett ohne sein Fleisch. Im Imperialismus hatte man wohl die Idee, Äußerlichkeiten anderer Kulturen, bei sich selbst aufzustellen; vielleicht sollten sie dem imperialen Denken ein gutes Stück als Trophäe dienlich sein. In dieser Zeit entstanden auch unsere Zoos. Tiere, die in der lebendigen Seele fremder Länder eingebettet waren, wurden eingefangen und bei uns als prächtige Exoten angeschaut und bewundert.

    Es entstand also ein Interesse an der Trennung zwischen bloßer Äußerlichkeit und belebter Natur und Kultur, zwischen Skelett und Fleisch, zwischen Künstlichkeit und Seelenhaftigkeit. In dieser Zeit entstand die Idee des physischen Atoms, doch dem entgegengesetzt gleichsam die Homöopathie.


    Mangelnde Diskutierbarkeit

    Der bloßen Empfindung, einen Vitamin-Chemo-Cocktail abzulehnen, scheint es zwar an Begrifflichkeit zu fehlen, um den Unterschied von Bau- und Naturgleichheit erklärlich und diskutierbar machen zu können, dennoch sind dem enormen Bedürfnis nachkommend Biobauernhöfe, Biomärkte und schulmedizinische Arztpraxen entstanden, die Naturheilmedizin in ihre Praxis aufnehmen, wobei auch daran sich erkennen lässt, dass Natur eben mehr sein muss als nur ihre mechanische Nachbildung durch die Molekularchemie.

    Dem der Bevölkerung dargebotenen Vitamin-Chemo-Cocktail und Vergleichbares scheint also offensichtlich Natur zu fehlen, doch muss dem Begriff der Natur so nachgegangen werden, dass sich der Unterschied zwischen Künstlichkeit und Natürlichkeit bewusst klargemacht werden kann.



    Atome gibt’s real nicht!

    Ich war Student an einer Universität, wo sich einmal ein einfach wirkender Mann demonstrativ mitten in den Weg, wo die meisten Studenten, Dozenten und Mitarbeiter zwischen zwei Hauptgebäuden pendelten, mit einem riesigen Schild hinstellte. Es war etwa zwei Meter breit und eineinhalb Meter hoch und er hielt es an einem langen Griff in die Höhe, dass es jeder sehen und lesen konnte. Auf dem Schild stand mit protestierenden Worten im Wesentlichen, dass es keine Atome geben würde. Der Mann wurde natürlich angesprochen, die entsetzten Gesichter und Gesprächsfetzen ließen erkennen, dass man ihn davon überzeugen wollte, dass es Atome sehr wohl geben würde, aber er reagierte grundsätzlich auf niemanden. Da standen nun ein einfacher Mann und akademisch Gebildete mit grundverschiedenen Meinungen zusammen. Aber mag manchmal die Einfachheit der Gelehrsamkeit obsiegen.

    Als ich den Mann sah, war ich im Kreise meiner Kommilitonen, und auch sie schüttelten über des Mannes Ansicht nur ungläubig den Kopf. Die Hartnäckigkeit seiner Reaktion war es aber, die mich stutzig machte, überlegte, trat auf ihm zu und bestätigte ihm, dass es Atome nicht geben würde.

    Ich erklärte ihm, dass ein Unterschied zwischen Realität und Abstraktion gemacht werden müsse, was ich ihm am Beispiel eines Stadtplans erläuterte: Dem Stadtplan fehle die Lebendigkeit der Realität, er verzerre sie, indem er sie auf ein für die Orientierung Wesentliches reduziere. So würden auch die Atome wie der Stadtplan keine Realität widerspiegeln, sondern eine Abstraktion darstellen, die der Wirklichkeit das Lebendige nehme und es verzerre.






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  5. Inhaltsverzeichnis

    - Vorwort
    von unter- bis übersinnlich

    - Die Methodik des Messens
    - Licht und Farben
    - Mittelbares und unmittelbares Licht
    - Die Hebung
    - Optische Täuschungen?
    - Täuschungen bei Tieren?
    - Zentralkräfte und Universalkräfte
    - Das Wasser des Lebens
    - Gene, Zellen
    - Resümee



    Vorwort

    Hier stehen die Inhalte des von mir erstellten Threads "Spiritualität und Wissenschaft?" in nur teils überarbeiteter und keinesfalls in endültiger Fassung.
    Es soll hier die Frage behandelt werden, ob das, was heute unter Wissenschaft bezeichnet wird, mit Spiritualität verknüpft werden kann.
    Verstehen wir überhaupt, was und wie genau die Denkweisen der Wissenschaft sind, wie wir sie kennen? Und wenn ja, können diese mit Spiritualität vereinbar sein?
    Was also ist Wissenschaft, was ist Spiritualität? Passen sie zusammen oder sind sie zwei ganz verschiedene Dinge?

    Was als Wissenschaft bezeichnet wird, ist gegenüber dem Menschen etwas, das ihn durch ein autoritäres Auftreten binden will, das er zu glauben hat. Diese Gefahr besteht auch bei der Spiritualität, dennoch hat man dort noch mehr die Neigung, sich selbst etwas vorzumachen.
    Es ist ein sehr markanter Aspekt der so genannten Wissenschaft, etwas von Spezialisten erforschen zu wollen, das von der Allgemeinheit nicht nachvollzogen werden kann, sie hat nur die Wahl, es zu glauben oder nicht. Damit wird die Allgemeinheit nicht in die Lage versetzt, selbst forschend tätig zu sein.
    Natürlich kann Ähnliches oder Gleiches auch gegenüber der Spiritualität gesagt werden, wenn zum Beispiel irgendwelche Personen mit erfundenen, irgendwie außerirdisch klingenden Namen angeblich aus einer höheren Welt Botschaften empfangen wollen, die für die Allgemeinheit bestimmt sein sollen. Diese "Medien" oder "Botschaften" verhalten sich gegenüber der Allgemeinheit wie die der so genannten Wissenschaft: Beide versuchen, den Menschen abhängig zu machen!

    Von unter- bis übersinnlich
    Allgemein bekannt ist die Beziehung der Spiritualität zum Übersinnlichen, aber wie verhält sich "Wissenschaft" dazu?
    Die Spiritualität tritt in Beziehung zum Übersinnlichen, dann gibt es die sinnliche Wahrnehmung, die von der "Wissenschaftlichkeit" degradiert wird. Die sinnliche Wahrnehmung wird von ihr zum Beispiel nur benutzt, um an der Skala des Messgeräts den Wert abzulesen.
    Wenn aber das eine dem Übersinnlichen zuspricht und das andere der sinnlichen Wahrnehmung, wie könnte dann das genannt werden, was die angebliche Wissenschaft betreibt, wenn sie nur das akzeptiert, was ihre Messinstrumente anzeigen? Übersinnlichkeit, Sinnlichkeit, und schließlich ...?
    Gemäß der Begriffsbedeutungen Übersinnlichkeit und Sinnlichkeit, ist das Vorgehen der so genannten Wissenschaft weder dem einen, noch dem anderen zuzuordnen, sondern es bedarf eines neuen Begriffs, nämlich den des Untersinnlichen.


    Die Methodik des Messens
    Zum Beispiel unterlegt man dem Sinneseindruck Gelb Wellen, die nicht erfahrbar sind, sondern nur durch Messung "existieren".
    Die Methodik durch Messungen, an scheinbar wirkliche Ergebnisse zu gelangen, wie die Wellen eines farblichen Sinneseindrucks, wirkt so massiv, dass nahezu jedermann bereit ist, weniger vom qualitativen Sinneseindruck einer Farbe auszugehen, stattdessen man will nur noch von abstrakten Wellen sprechen und diese als Wirklichkeit betrachten.
    Beim Farbspektrum will das Untersinnliche noch weitere Farben - Infrarot und Ultraviolett - anerkennen als nur die sichtbaren. Da man an diesen Bereichen zwar Wellen, Schwingungen bzw. Frequenzen messen kann, wie es bei den sinnlichen Farbeindrücken ebenso ist, werden sie durch einen Umkehrschluss zu Farben erklärt.
    Solche Umkehrschlüsse, die sinnlich nicht nachvollziehbar, aber dafür umso abstrakter sind, können leicht zu dem Gedanken führen, man könne ja die gesamte Wirklichkeit nicht wahrnehmen, was bei dem einen oder anderen zur schieren Verzweiflung führen kann, wenn er zu realisieren meint, ihm sei es gänzlich unmöglich die ganze Wirklichkeit für sich wahrnehmen und erkennen zu können.
    Wie es bei den als Farben suggerierten Beispiel mit Infrarot und Unltraviolett ist, so ist es auch bei der heiligen Kuh der untersinnlichen Wissenschaften, dem Atom.
    Zur Vorstellung des Atoms kommt man durch die übliche Methodik des Messens. Dadurch findet man Wirkungen, die in ein sinnliches Bild übertragen werden. Jeder kennt zum Beispiel das Atommodell von Niels Bohr; beim einfachsten Atom, das Wasserstoffatom, in der MItte soll sich ein Proton und um es herum soll ein Elektron in einer Umlaufbahn fliegen.


    Licht und Farben
    Wie auch die gemessenen Wirkungen in ein Bild des Atoms ins Sinnliche umgeformt werden, so ist es auch mit dem Infrarot. So genannte Infrarot-Kameras zeigen nicht das Infrarot, sondern ändern es in sinnlich wahrnehmbares Licht um.
    Ob das Infrarot dabei selbst ein Licht ist, ist eine müßige Frage. Was Infrarot ist, kann in dieser Hinsicht nicht beurteilt werden. Es zeigt sich der menschlichen Wahrnehmung aber als eine Wärmewirkung. Insofern darf vom Infrarot behauptet werden, es sei eine Wärme.
    Es wird behauptet, manche Tiere könnten Infrarot oder Ultraviolett sehen. Aber was sie mit ihren Augen wahrnehmen, ob dies Farben für sie sind, ist Spekulation. Vielleicht verspüren sie mit ihren Augen eine Wärmewirkung, schließlich ist das Auge sehr sensibel für Temperaturen.
    Was Tiere mit ihren Augen genau bzw. wie sie wahrnehmen, bleibt spekulativ. Schon äußerlich ist der Aufbau ihrer Augen anders als der des menschlichen Auges. Besonders bei Insekten, die zum Beispiel Fassettenaugen haben, ist es kaum vorstellbar, wie diese wahrnehmen. An ihnen tritt umso deutlicher die Frage hervor, ob die tierische Wahrnehmung mit der unsrigen überhaupt vergleichbar ist. Es heißt, man könne sich noch nicht einmal sicher sein, was ein anderer Mensch sieht, wenn er zum Beispiel ein Grün sieht. Man kann sich fragen: Nimmt er es wahr wie ich oder ist es doch ganz anders?
    Es besteht in der so genannten Naturwissenschaft eine Widersprüchlichkeit, indem manche Tiere angeblich Farben sehen sollen, die wir Menschen nicht sehen, was sie aber höher bewertet als der Vergleich unterhalb der Menschen selbst.
    Wie Ultraviolett und Infrarot suggestiv als Farben dargestellt werden, wodurch sie in ein Abstraktum fern von der menschlichen Wahrnehmung gewandelt werden, so wird auch mit dem sichtbaren Licht umgegangen, indem abstrakt erklärt wird, es sei eine elektromagnetische Welle.
    Das ist eben so eine seltsame Umgangsweise der untersinnlichen Naturwissenschaft, dass sie glaubt, ein Phänomen, wie es zum Beispiel das Licht ist, nur durch eine Abstraktion verstehen zu können, zu sollen und gar zu müssen. So soll das Licht laut der untersinnlichen Optik angeblich Strahlen haben, doch bei einem schönen Sonnentag oder wenn das elektrische Licht eingeschaltet wird, sind keine Strahlen zu sehen. Nicht einmal das Licht selbst kann gesehen werden. Es kann erst gesehen werden, wenn es auf Materie trifft. Das lässt sich anschaulich beobachten, wenn Licht in einem vollig dunklen Raum einfällt und einzelne, im Raum schwebende Staubteilchen das einfallende Licht kreuzen, wie es mit Hilfe einer Taschenlampe nachgestellt werden kann. Dadurch erst werden die Staubteilchen sichtbar und über einen solchen Umweg wird Licht in indirekter Weise mit Hilfe der Materie erst erkannt.
    Das durch eine schmale Blende einfallende Licht, fällt es auf schwebende Materieteilchen in der Luft, hat die Form wie ein Strahl. Wenn am Tage bei dichter Bewölkung eine Lücke in den Wolken entsteht, als ob sie eine Blendenöffnung formen würden, kann das Licht der Sonne durchfallen und es wirkt dann auf diese Weise wie ein Strahl, der durch das Zusammenspiel der Wolkenöffnung und der schwebenden Materieteilchen - wie zumeist der Dunst, der häufig fein verteilt in der Luft schwebt - geformt wird. Solche in der Natur geschaffene Strahlen sind etwas ganz anderes als jene, die die untersinnliche Optik durch Abstraktion künstlich entstehen lässt. Sie sind lediglich abstrakte Hilfskonstruktionen, um zum Beispiel so genannte Brennpunkte zu bestimmen, mit deren Hilfe Linsen technisch hergestellt werden können, wie sie in Brillen Fehlsichtigkeiten korrigieren oder gar in komplexen Linsensystemen wie in Lichtmikroskopen oder Ferngläsern zusammengesetzt werden.
    Problematisch ist bei der suggestiven Übermacht des Untersinnlichen, dass ihre bloßen Hilfskonstruktionen schnell wörtlich genommen werden, als ob sie sinnlich-real seien und unbewusst gemeint wird, in der sinnlichen Wahrnehmung natürlicher Strahlen läge eine Bestätigung der untersinnlichen.


    Mittelbares und unmittelbares Licht
    Man darf zwei Arten des Lichtes annehmen: Das eine bleibt für das Auge unsichtbar, das andere wird erst sichtbar, wenn das unsichtbare Licht auf einen Gegenstand gestoßen ist. Das unsichtbare Licht ist daher ein unmittelbares und das sichtbare ein mittelbares. ("Mittelbar" bedeutet, dass ein Mittel - hier ist es die Materie - dazwischengesetzt ist, damit eine Wirkung irgendwelcher Art erzielt werden kann.)
    Das unmittelbare Licht ist also physisch nicht sichtbar, es wird erst durch einen mittelbaren Akt sichtbar, wenn es auf die Materie stößt, was auch als "Reflexion" bezeichnet wird. Reflektiertes Licht ist also dasselbe wie ein mittelbares und sichtbares Licht.


    Die Hebung
    Wird ein Behälter, auf dessen Boden ein Gegenstand liegt, Wasser gefüllt, dann scheinen sich der Boden und der Gegenstand zu heben, was sich sinnigerweise als "Hebung" bezeichnet. - Aber wie geht das Untersinnliche damit um und wie könnte das Sinnliche damit erklärend umgehen?
    Das Untersinnliche versucht eine Erklärung mit Hilfe von Strahlen zu finden, die - wie üblich - gar nicht vorhanden sind, was aber als "Erklärung" in den Lehrbüchern der Physik behauptet wird. Es heißt dort, das Licht breche sich an der Wasseroberfläche, was durch zwei Strahlen mit jeweils unterschisdlichen Winkeln dargestellt wird.
    Nun, ein gebrochenes Licht habe ich ganau so wenig beobachten können wie jene Strahlen. Ein "gebrochenes" Licht entspricht wie den Strahlen der Welt der Abstraktion nicht der Realität.
    Wenn ein Gas in einen Behälter gefüllt wird, das schwerer als Luft ist und somit am Boden des Behälters bleibt, dann entsteht keine Hebung, sondern eine Senkung.
    Wollte der moderne Physiker wieder hingehen und diesen Effekt prinzipiell so erklären, wie er es bei der Hebung tut, ist seine Erklärung ebenso wenig nachvollziehbar, wie es bei der Hebung schon ist.
    Einfach Strahlen hinzuzaubern, die nicht real existieren und daher nicht begrifflich nachvollziehbar sind, stellt nur ein Hilfskonstrukt dar, welches zur Fantasterei wird, wenn dem Realität zugemessen würde.


    Optische Täuschungen?

    Hebung und Senkung werden zwar nicht als "optische Täuschung" bezeichnet, doch zeigen auch sie eine Wirkung, wie es bei den klassischen "optischen Täuschungen" der Fall ist.
    Zu den so genannten "optischen Täuschungen" gehört auch das bekannte Phänomen der Linienverlängerung bzw. -verkürzung. Dabei werden zwei Linien mit gleicher Länge gezeichnet. Die eine Linie erhält an ihren Enden jeweils einen von der Linie wegführenden Pfeil, die andere erhält die Pfeile in umgekehrter Richtung. Die erste Linie wirkt länger als die zweite, obwohl beide Linien die gleiche Länge haben, werden sie mit dem Lineal gemessen.
    Von Objekten können Wirkungen ausgehen, die als "Täuschung" interpretiert werden können. Doch können Linien in derselben Weise täuschen, wie etwa ein Soldat, der seine Feinde täuscht, indem er eine Tarnung benutzt?
    Der Begriff der "Täuschung" spricht zwei unterschiedliche Bedeutungen an: Da ist einmal das Objekt, von dem die Täuschung ausgeht, und einmal der Getäuschte. In dem Fall, wo der Soldat eine Täuschung herbeiführt, wendet er bewusst eine kluge List an, sofern er nicht stumpf auf Befehl gehorcht, die aus eigener Überlegung hervorgeht, um eine Vorteilsnahme zu erreichen.
    Eine so genannte "optische Täuschung" ist nicht wie ein Mensch in der Lage, eine Täuschung mit Absicht vorzunehmen.
    Macht man sich diesen Unterschied nicht bewusst, so werden "optische Täuschungen" und die Fähigkeit eines sich selbst bewussten Wesens, mit kluger Raffinesse vorgehen zu können, unbewusst gleichgesetzt.
    Der Begriff "optische Täuschung" ist daher irreführend.

    Wenn schon angebliche "optische Täuschungen" nicht täuschen können, wo entsteht dann die Täuschung?
    Das Phänomen der unterschiedlich lang erscheinenden Linien erscheint nicht im Gehirn, sondern im Auge, wobei der Begriff in sich eine gewisse erweiterte Bedeutung trägt. Das Auge sieht nur das, was es innerhalb seiner Beschaffenheit sieht, deshalb kann eine Täuschung im Auge nicht stattfinden, wie eine Anordnung von Linien nicht täuschen kann, dafür kann ein listiger Soldat eine Tarnung zur Täuschung seiner Gegner anwenden.
    Aber was sieht das Auge tatsächlich? Die scheinbar unterschiedliche Länge ist unbestritten, doch die Frage, was das Auge eigentlich sieht, ist gegenüber der Lebendigkeit des Auges keine angemessene Frage; es muss gefragt werden, wie es sieht. Das Auge tritt mit dem, was es sieht, in eine Beziehung. So können Linien gleicher Länge auf das Auge anders wirken, wenn an ihren Enden Pfeile nach außen und bei der anderen Linie Pfeile nach innen gehen. Im Verhältnis zueinander hat die erste Zeichnung eine dehnende Wirkung und die andere eine verengende. Diese Verhältnismäßigkeit würde nicht auftreten, wäre nur eine Linie vorhanden.
    Das messende Lineal hingegen kann eine solche Verhältnismäßigkeit nicht eingehen, es ist nicht lebendig wie das Auge, es kann lebendige Beziehungen nicht erfassen und ist daher tot.
    Die Frage nach dem Wie wird also mit den Begriffen "Beziehung" und "Verhältnis" beantwortet: Das Auge tritt gemäß seiner Konstitution in Beziehung zu den Dingen, die es sieht, weil es lebendig ist.
    Die Messung des Lineals und die Erscheinung im Auge, sind zwei völlig verschiedene Angelegenheiten. Doch wird ein Vergleich vom Untersinnlichen unentwegt zu Ungunsten des sinnlichen Wahrnehmung vorgenommen - das Tote der Beziehungsunfähigkeit wird zu Ungunsten des Lebendigen vorgezogen. - Warum wird das vom Untersinnlichen so gehandhabt?
    Es stellt sich also als eine Täuschung heraus, dass "optische Täuschungen" täuschen sollen, wenn darüber genügend frei nachgedacht wird, ohne sich von der Suggestion des Begriffs oder von weiteren Suggestionen verleiten zu lassen.
    Bei dem suggestiven Begriff der "optischen Täuschung" handelt es sich um eine wirkliche Täuschung, denn sie fußt nicht auf bloßer Optik, sondern auf bewusster Lebendigkeit. - Warum wird das vom Untersinnlichen so gehandhabt?
    Jedenfalls fällt bei genauerer Betrachtung auf, dass auch in der so genannten Biologie, der angeblichen Lehre vom Leben, die Täuschung als ein wichtiger Faktor ihrer Evolutionslehre sei.
    Es sollen angeblich auch Pflanzen täuschen.
    Vom Sonnentau heißt es, er würde mit einem verlockenden Duft Insekten anziehen, die in eine Lösung fallen würden, dort nicht mehr herauskämen und zur Nahrung zersetzt würden. - Täuscht der Sonnentau den Insekten etwas für sie Attraktives nur vor, um sie so in eine Falle zu locken?
    Wenn das so wäre, dann müsste eine Sonnentau-Pflanze die gleiche bewusste Fähigkeit zur Täuschung haben, wie ein Soldat, der eine Tarnung benutzt, um seinen Feind zu täuschen.
    Es handelt sich hier um eine suggestive sprachliche Ungenauigkeit, die leicht falsche Vorstellungen hervorruft, wie sie auch bei den vorgegaukelten "optischen Täuschungen" benutzt wird.


    Täuschung bei Tieren?

    Wie ist das nun bei den Tieren? Können sie täuschen?
    Es heißt beispielsweise, dass die Haut eines Geckos fast perfekt dem Farbmuster eines Baumstammes, auf dem er sich sonnt, entspräche, dann würden diese Tiere ein genetisch tief verwurzeltes Täuschungsmanöver zeigen, das als "Tarnung" oder "Nachahmung" bezeichnet würde.
    Ist aber dieses, was als "Täuschung" bezeichnet wird, vergleichbar mit einem Soldaten, der sich tarnt?
    Durch den Hinweis auf das angeblich tief verwurzelte genetische Täuschungsmanöver, kann der Gecko die Täuschung nicht freiwillig durch den Akt des freien Denkens vornehmen, sondern seine Gene nehmen den Akt in mechanisch-automatisierter Manier vor. Zudem wartet das Untersinnliche durch den Hinweis auf die Gene wieder mit Stolz erfüllt auf. Wie aber im Gehirn keine Gedanken und Bilder zu hören und zu sehen sind, würde ein menschlicher Schädel aufgeschnitten, so ist auch in den Genen nicht zu erkennen, dass ein Verhalten durch sie bedingt ist.


    Zentralkräfte und Universalkräfte

    Bei einem Wasserrad einer Mühle, lässt sich leicht erkennen, dass es durch das fließende Wasser eines Baches angetrieben wird. Was mit dem Rad noch als Einheit angesehen wird, erweckt heute, im Zeitalter einer Supertechnisierung, nostalgische Gefühle.
    Bei komplizierteren Maschinen ist der Antrieb durch einen eingebauten Motor gewährleistet. Ihre Funktion wird, zum Beispiel bei Industrierobotern, durch ein elektronisches Programm vorgenommen, welches die auszuführenden Bewegungen des Roboters steuert. Bei einem Wasserrad ist das, was als komplex gelötete Platine den Roboter steuert, so nicht erklärbar bzw. übertragbar, denn die ganze Konstruktion besteht im Wesentlichen aus Programm, Antrieb und Bewegung in einem.
    In der Mechanik des Maschinellen werden einzelne zentral wirkende Punkte gesetzt (Motor und ein Steuerungsprogramm), während beides beim Wasserrad eine Einheit ist und eine Übersichtlichkeit erlaubt.
    Wichtig ist hier zu verstehen, dass anhand der Beispiele ein Einheitliches getrennt wird, wie es die Beispiele vom Wasserrad und dem Industrieroboter zeigen. So deutet das Beispiel des Wasserrads im Verhältnis zu komplizierten Maschinen, wie es bei einem Industrieroboter ist, an, dass die Zerklüftung von mechanisch-kräftewirksamen Zentralpunkten irgendwelcher Art (Motoren, Steuerungsprogramm, Regelkreis, Messfühler, Stellgröße usw.) mit einer Unlebendigkeit verbunden ist, wenngleich auch beim Wasserrad eine gewisse Zerklüftung erkennbar ist, auf diese es hier aber nicht ankommt.
    Der große Wunsch des mechanistischen Denkens ist es eben, auch alles Lebendige durch jene Zentralpunkte mechanistisch-kybernetisch erklären zu wollen. Doch das Kräftespiel zum Beispiel in einem pflanzlichen oder in einem tierischen Keim kann auf diese Weise nicht verstanden werden. Wo Lebendiges hineinspielt, kann auf diesem Wege niemals erklärlich werden, weil die Kräfte, die für das Lebendige in Betracht kommen, keine Zentralpunkte sind.
    Da das Lebendige nicht in Zentralkräften zu finden ist, kann es nur im Gegenteil von ihnen liegen, was dem mechanistisch ausgerichteten Denker ungeheuer schwer fallen mag. Man muss sein Denken erweitern, um das Lebendige zu finden, es muss metaphorisch an die Peripherie des uns umschließenden Umkreises außerhalb des Körpers und der Materie gegangen werden.
    Der "Umkreis" ist nur metaphorisch begreifbar, welches nicht mit einem materialistisch dreidimensionalen oder mechanischen Denken begreifbar ist. Hilfsweise lässt sich der Umkreis aber als die Wölbung des Himmels zum Tage und zur Nacht sehen. Dort ist die Peripherie, wo keine Zentralkräfte, sondern Universalkräfte herrschen, die das Lebendige bewirken bzw. in es hereinwirken.


    Das Wasser des Lebens

    Das von den Gebrüdern Grimm gesammelte Märchen "Das Wasser des Lebens" erzählt von einem sehr kranken König, dem nur noch das "Wasser des Lebens" helfen könne. Erfolgreich tritt sein dritter und jüngster Sohn als letzter die Reise an. Er muss dazu ein verwunschenes Schloss finden, in dem ein Brunnen ist, aus dem das Lebenswasser quillt.
    Das verwunschene Schloss kann mit der Peripherie verglichen werden, zu der nur jemand mit bestimmten Charaktereigenschaften Zugang hat, während die beiden älteren Brüder durch deren Gier nach dem Königreich und ihrer Unbetragenheit zwischen Felsen eingeschlossen werden.
    Gier spiegelt sich in der materialistisch-profanen Haltung wider, welche im Märchen in das symbolische Bild eines Eingeschlossenseins zwischen Felsen gekleidet wird, wie auch die materialistische Wissenschaft den Quell des Lebens nicht finden kann und durch ihre Borniertheit bzw. ihre Gier, nur sie sei der richtige Weg, wie auch die beiden älteren Königssöhne es von sich meinen, in sich selbst eingeschlossen ist.
    Nicht nur für den erklärten Materialisten dürfte es wohl nicht möglich sein, das "Wasser des Lebens" für sich so begreiflich zu machen, wie es für die Autoren des Märchens einst gewesen sein musste. Oder sollte man davon ausgehen, dass es sich nur um eine willkürliche Fantasie handeln würde?
    In anderen überlieferten Schriften wird ebenso über das Wasser als eines gesprochen, das in irgendeiner Form Leben spendet. Im Koran, Sura 29, Vers 63, heißt es, das vom Himmel nieder gesendete Wasser belebe die Erde. - Der Begriff "Erde" dürfte nicht nur im Koran als ein Universalbegriff angewendet werden, womit nicht nur der Erdenplanet gemeint sein dürfte, sondern auch der menschliche Körper, der ja aus dem Erdenstoff gebildet ist. So spricht der Koran, Sura 41, Vers 39, der, der die Erde belebe, würde sicher auch die Toten (mit Wasser) lebendig machen.
    Auch die Bibel berichtet an einigen Stellen vom Wasser in Verbindung mit dem Leben, so heißt es beispielsweise in der Offenbarung, Kapitel 22, Vers 17: "Wer da will, nehme das Wasser des Lebens umsonst!"
    "Wasser" ist also in der Geheimsprache die Bezeichnung für das Leben oder für das Lebendige. Es ist eine Universalkraft, kommend aus der Peripherie und nicht aus Zentralpunkten wie Gene usw., wie der Materialismus und seine Wissenschaften es glauben und glauben müssen, weil sie einseitig den Materialismus als einzig wahre Grundlage zur Anschauung des Lebens gemacht haben.
    Wie in der Mechanik an Gelenken zwischen Hebeln Zentralkräfte gemessen werden, so wird die mechanische Denkweise auf alles, was mit Leben begabt ist, übertragen. Der mechanistische Begriff für die Äußerungen des Lebendigen heißt „organisch“. Dazu wird der Mensch im ersten Schritt wie ein mechanischer Roboter angesehen. Im zweiten Schritt werden nun nicht nur an den Gelenken verursachende Zentralkräfte gesucht, sondern organisch am ganzen Körper: in den so genannten „Genen“, den Chromosomen, den Zellen oder im Gehirn.
    Das Wort "Gen" bedeutet "Macher" oder "Erzeuger", weshalb "Gene" die Ursache darstellen, um ein Verhalten, eine Krankheit usw. mit ihnen erklären zu wollen. Nun will der Materialismus in der organischen Körperlichkeit etwas gefunden haben, das er "Gene" nennt und ihre Bedeutung zentralistisch darauf überträgt. Beispielsweise soll eine Anlage zur Schusseligkeit mit einem "Schusselgen" erklärt werden. Man könnte über das "Schusselgen" lachen, doch wurde allen Ernstes darüber in der Sendung "Lokalzeit Köln" des Westdeutschen Rundfunks am 29.03.2014 berichtet.
    Die Bedeutung dieser materialistischen Denkweise ist schier katastrophal, denn wenn ein erdachter Zentralpunkt wie ein „Schusselgen“ verantwortlich ist für ein Verhalten, so ist der Mensch für sein Verhalten in dem Maße nicht verantwortlich, wie der Zentralpunkt verantwortlich ist. Daran ändert sich auch nichts, würden viele Zentralpunkte angenommen, die miteinander ein erdachtes Zusammenspiel betreiben. Auch hier wäre der Mensch von ihnen anhängig.
    Das akademische Denken - und hier speziell das mechanistische Denken in Zentralpunkten - wird von der Bevölkerung ganz wie von selbst in ein anderes verwandelt. Es lässt sich durchaus von einer gewissen Weisheit sprechen, die in der Bevölkerung latent vorliegt, die unbewusst das tote mechanistische Denken zum Leben erweckt, wenn umgangssprachlich nicht von Genen oder anderen Zentralpunkten gesprochen wird, die wie beim „Schusselgen“ einen regieren würden, sondern die Steife wird verwässert mit Hilfe des Begriffs „Adrenalin“. Es wird oft wird vom eigenen „Adrenalin“ gesprochen, wenn man sich in einer Form der seelischen Wallung befindet, womit das Zentralistische durch ein Fließendes ersetzt und somit verlebendigt wird, wohl deshalb, weil es eben dem Fließen des Lebens entspricht, was an das „Wasser des Lebens“ der alten Überlieferungen anknüpft.
    Wie die Bevölkerung in ihrer Spracheigenheit dazu neigt, die Verhärtung des toten mechanistischen Denkens aufzulösen, so ähnlich löst auch der jüngste Königssohn im Märchen "Das Wasser des Lebens" die Problematik: Die ersten beiden Königssöhne suchen lediglich aus egoistischen Absichten das Wasser des Lebens für ihren kranken Vater und werden gemäß ihrer Absichten zwischen harten und toten Felsen verbannt. Erst der dritte und jüngste Königssohn schafft es, das den Vater gesunden lassende Wasser ausfindig zu machen und zudem die beiden älteren Brüder aus der Gespaltenheit des polaren und verhärteten Denkens zu befreien.
    Jenes Wasser ist es, das den verbindenden Fluss zwischen den beiden gespaltenen Polen herstellt. Es lässt sich äußerlich nicht finden, wie es die beiden älteren Königssöhne als Repräsentanten der Polarität wohl zu glauben meinen - es ist nur im Okkulten zu finden.
    Der Koran berichtet in der zweiten Sura im Vers 60, wie Moses von der Gottheit (die übrigens hier mit „Wir“ im Plural steht, wie es auch vom ersten Schöpfungsbericht der Bibel verwendet wird) aufgefordert wird, durch einen Schlag mit einem Stock auf einen Felsen zu schlagen, wodurch gleich zwölf Quellen heraussprudeln. - Ähnlich wie im Märchen ist hier ein Zusammenhang zwischen der Verlebendigung des Toten und Verhärteten durch das okkulte Wasser gegeben.
    Aber auch das Alte Testament kennt das Schlagen mit einem Stab (oder Stock) auf Felsen: "Und Mose erhob seine Hand und schlug den Felsen mit seinem Stab zweimal; da kam viel Wasser heraus, ..." 4. Mose 20,11
    In einem solchen Fall würde es sich auch gar nicht mehr um Zentralpunkte handeln, was aber dem Ideal und der Suche des mechanischen Denkens entspricht: Ein Punkt entspricht einer Kraft bzw. einem Verhalten oder einer Krankheit usw. Ein Geflecht solcher „Zentralpunkte“ wäre selbst ein Zentralpunkt.


    Resümee

    Es steht die Frage im Vordergrund, inwieweit die Welt wirklich ist, wenn fleißig Wissenschafts-Sendungen gesehen oder –Berichte gelesen werden, die uns erklären wollen, dass Gehirn und Sinne uns nur eine Welt vorgaukeln würden. In diesem von mir erstellten Thread "Spiritualität und Wissenschaft?" unter der Rubrik "Wissenschaft und Spiritualität", den es hier auch als einen meiner Blogs gibt, habe ich ein anderes Bild darzustellen versucht. Es lässt sich als Resümee kurz sagen, dass nicht Gaukelei, sondern unser an das Gehirn gebundene Denken sowie unsere Wahrnehmung in Beziehung zur Außenwelt stehen.
    Es ergibt sich meines Erachtens die Notwendigkeit, dieses Wissenschaftsdenken wegzulassen und stattdessen Beziehungen zwischen Mensch und Umwelt zu erkennen. Dann erst ist der Weg frei, ein Werkeln und Wirken spiritueller Art im Leben erkennen zu können. So erst lässt sich sagen, dass mein jetziges Lebens eine Beziehung zu einem vorherigen usw., was als Karma oder als Schicksal bezeichnet wird; es wirkt und werkelt in meinem derzeitigen Leben. Und das aktuelle Leben wirkt und werkelt an dem nächsten usw.
    Daher ergibt sich nicht die Frage, die nur auf einem Wortspiel und auf dem Materialismus des Wissenschaftsdenkens beruht, wie wirklich die Wirklichkeit sei, sondern es ergibt sich die Notwendigkeit, das Wirklichkeit aus spiritueller Sicht - ganz gleich, was auch immer passiert - demgemäß also immer wirklich ist.



    Eine Fortsetzung ist geplant.
  6. Inhalt

    Es wird hier die Berichterstattung der Medien über die Spekulation des Baus der Pyramiden durch Rampen kritisch beleuchtet:


    Die TV-Reportagen über den Bau der Pyramiden habe ich über Jahre hin verfolgt. Dabei fiel mir eine bestimmte Fortentwicklung auf, die die Medien benutzten, wobei nach gewissen Zeiträumen neue Ansätze bzw. Spekulationen angeführt wurden.
    Die erste Spekulation, die vor etwa zehn Jahren geäußert wurde, war die Theorie der Rampe, die längs zur Pyramide führen sollte. Dabei entsteht im Zuschauer ein Bedürfnis nach einer Alternativmöglichkeit, die aber nicht genannt wurde. Erst ein paar Jahre später wurde eine andere Form der Rampe spekulativ angesprochen, die direkt um die Pyramide angelegt hätte gewesen sein können.
    Es ist aber wenig vorstellbar, dass die Archäologen erst ein paar Jahre später auf diese Idee gekommen wären, welche quasi als neuester Hit von den Medien präsentiert wurde.
    Darum habe ich - nicht nur bei diesem Beispiel - den Eindruck, dass die Medien eine Hinhaltetaktik benutzen, um das Interesse der Zuschauer stets aktiviert zu halten.

    Damit aber genügte den Medien die Hinhaltetaktik nicht, indem zuerst von einer Längsrampe und ein paar Jahre später von einer Rundumrampe gesprochen wurde, denn sie wurden - wieder ein paar Jahre später - relativiert, indem gesagt wurde, eine Rampe hätte etwa so viel an Material benötigt und entsprechend unfassbare und körperliche Mühen gekostet, wie bei den Pyramiden selber, weshalb der Bau einer Rampe wenig denkbar sei.
    Bei den Pyramiden kann man sich wohl nicht vorstellen, dass sie mit riesigen Kränen gebaut wurden; und da Rampen wohl auch auszuschließen sind, bleibt die Frage, wie die Pyramiden einst erbaut wurden, offen. Jedenfalls haben die Medien es geschafft, rund zehn Jahre durch drei hintereinander geschaltete Themen (Längsrampe, Rundumrampe und ihre Relativierung) die Aufmerksamkeit der Zuschauer zu erregen, was letztlich keinen Sinn ergeben hat und was die Archäologen vorher schon gewusst haben dürften.
  7. Zur besseren Übersicht seien hier alle in Teil 1 und Teil 2 angesprochenen Namen aufgeführt: "Gott", "Elohim", "Gott, der Herr", "der Herr", "Jahve"


    Inhaltsverzeichnis

    - Vorwort
    - Die ersten drei Namen der Gottheiten
    - Die "Götter" sind "Gott"
    - Märchen der Gebrüder Grimm
    - Buchempfehlungen


    Vorwort

    Das Thema dient der Orientierung über die verschieden auftretenden Gottheiten im Alten Testament, die in verschiedenen Namen auftreten, und wie sie sinngebend zusammenhängen.
    Zudem wird aus dem Thema eine Entwicklung ersichtlich, die auch die Gottheiten und nicht nur die Menschheit und das einzelne Menschenwesen absolvieren. I. d. R. ist schon gar nicht bekannt, dass die biblischen Texte beschreiben, dass und wie der Mensch sich weiterentwickelt.


    Die ersten drei Namen der Gottheiten

    Schon in den ersten Kapiteln des Alten Testaments lassen sich für die Gottheit drei Namen finden. Im weiteren Verlauf kommt der Name "Gott, der Herr" nicht mehr vor, hingegen wird einmal von "Gott" gesprochen und einmal von "der Herr".
    Es taucht die Frage auf, ob auch die Gottheit eine Trennung bei sich selbst vorgenommen hat, wie beim Menschen eine Trennung in die Geschlechter vorgenommen wurde.

    Wir sind gewohnt, immer nur von einem Gott zu sprechen, aber auf was weisen die drei verschiedenen Namen der Gottheit denn nur hin, wenn sie eins wären? Und wieso verschwindet der eine Name gänzlich und zwei andere bleiben im Wechselspiel? - Was alles hat das nur mit dem Menschen zu tun?


    Die "Götter" sind "Gott"

    Die drei verschiedenen Gottesbezeichnungen können verschieden interpretiert werden. Ich habe oft erlebt, wie Angehörige verschiedener, sich als religiös bezeichnenden Gruppierungen, vehement versucht haben, in allem nur eine Gottheit sehen zu wollen, was der weit verbreiteten Suggestion der "Kirche" entspricht, es würde nur eine geben. Doch widerspricht dem schlicht und einfach am Anfang der Genesis die Bezeichnung für den Namen "Gott" im hebräischen Urtext, welche "Elohim" heißt. Die Sprachforschung weist diesen Begriff als einen Plural aus!
    Es müsste also eigentlich nicht die Singularform "Gott" in den Bibelübersetzungen bevorzugt werden, sondern die Pluralform als "die Elohim" oder auch als "die Götter". Wer oder was sind die Elohim? Sie sind diejenigen, die das Sechs-Tage-Werk vollführt haben.
    Der Plural entsteht, wenn mindestens zwei beteiligt sind. Die Bibel gibt meines Wissens nach nicht an, um wie viele Elohim es sich handelt. Aber die verwendete Grammatik hilft schon etwas weiter: Das erste Wort „lasset“ verrät, dass es mehr als zwei Elohim waren, denn wenn nur zwei Personen zusammen sind, dann sagt einer zum anderen: „Lass` uns machen …“ Bei „lasset“ spricht also einer zu mindestens zweien. Somit sind es, lassen wir uns von der Grammatik anleiten, mindestens drei.

    Da die Elohim aber die sechs Schöpfungstage kreiert haben, kann daraus die Idee entstehen, dass es sich um sechs handelte. Es ist aber auch denkbar, dass es sechs Elohim-Gruppen hätten gewesen sein können. Unter Einbeziehung des siebten Tages, können es auch sieben gewesen sein.


    Märchen der Gebrüder Grimm

    Andere Überlieferungen können einen Hinweis darüber geben, wie viele Elohim (oder Elohim-Gruppen) an der Schöpfung beteiligt waren. Dazu gehe ich davon aus, dass im alten Volksbewusstsein etwas verborgen liegt, was uns heute nicht mehr zugänglich ist. Das sind zum Beispiel die alten Märchen. Bei den Gebrüdern Grimm, die Märchen sammelten und sprachlich bearbeiteten, finden sich zwei Märchen, die an die sechs Tage bzw. die sechs Elohim erinnern. Es sind die Märchen "Die sechs Diener" und "Sechse kommen durch die ganze Welt". Letzterer Titel spricht an, dass es sechs sein müssen, um durch die ganze Welt kommen zu können, wie auch die Elohim in sechs so genannten Tagen sozusagen durch die Welt gingen, um sie abschließend erschafft zu haben.
    In den beiden Märchen treffen sich jeweils sechs Personen mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Sie tun sich zusammen, wodurch sie gemeinsam ein höheres Ziel erreichen. Überträgt man das auf die Elohim, haben auch diese sich irgendwann zusammengeschlossen. Und durch die fruchtbare Zusammenarbeit ihrer verschiedenen Fähigkeiten, konnten sie wie in den beiden Märchen die Krönung ihres Schaffens erreichen.
    Üblicherweise wird angenommen, dass die Gottheit selbst keiner Entwicklung unterlaufen und sie bereits vollkommen sei, doch deutet sich hier ein ganz anderes Bild an. Die Elohim haben durch ihr gemeinsames Schaffen etwas erreicht, das einer alleine nicht hätte erreichen können. Sie haben sich zu einer Einheit zusammengetan.
    So kommt es, dass am siebten Tag die sechs Schaffenstage gekrönt werden und die Elohim sich ruhend von ihnen zurückziehen. Aber auch dieser Tag kann als einen der Elohim (oder Elohim-Gruppe) angesehen werden.



    Buchempfehlungen

    Rudolf Steiner: "Die Geheimnisse der biblischen Schöpfungsgeschichte" und "Christus und die menschliche Seele"
  8. Zur besseren Übersicht seien hier alle in Teil 1 und Teil 2 angesprochenen Namen aufgeführt: "Gott", "Elohim", "Gott, der Herr", "der Herr", "Jahve"


    Inhaltsverzeichnis

    - Das Erscheinen von „Gott, der Herr“
    - Das Verhältnis der drei Gottheiten anhand ihrer Namen
    - Aus "Gott, der Herr" wird "der Herr"
    - Aus „Gott, der Herr“ wird „Jahwe“
    - Buchempfehlungen



    Das Erscheinen von „Gott, der Herr“

    Schließlich tritt nun eine andere Gottheit auf, die die Bibel als "Gott, der Herr" bezeichnet. Sie ist es, die den Menschen in den Garten Eden versetzt. Diese Gottheit ist es auch, die mit der so genannten Vertreibung des Menschen aus dem Paradies zu tun hat. Aber dann, ab dem vierten Kapitel der Genesis, verschwindet diese Gottheit komplett und taucht nie wieder auf. Stattdessen erscheint eine neue Gottheit, die die Bibel "der Herr" nennt. Sie tritt mit dem vierten Kapitel auf, welches die Geburt von Kain und Abel beschreibt.


    Das Verhältnis der drei Gottheiten anhand ihrer Namen

    Wie stehen nun die drei Gottheiten "Gott", was die "Elohim" bedeutet, "Gott, der Herr" und "der Herr" zueinander und wo kommen sie her? Bei der Betrachtung der drei Namen fällt auf, dass der mittlere aus einer Kombination aus dem ersten und dem letzten besteht. Dadurch drängt sich der Gedanke einer bestimmten Beziehung innerhalb der drei Namen auf, die, hält man sich genau an die Benennungen, eine Verwandlung der Gottheit selbst andeutet.
    Die Elohim sind durch ihre sechs unterschiedlichen Fähigkeiten, die sie an den sechs Schöpfungstagen demonstriert und geleistet haben, zu einem gemeinsamen Ziel gelangt, dessen Krönung die Erschaffung des Menschen ist. Dadurch sind sie selbst zu einer größeren Einheit aufgestiegen.
    Nun aber spricht die Bibel etwas Seltsames an, indem sie eine Verwandlung von "Gott", was ja die Elohim meint, über "Gott, der Herr" bis zu "der Herr" anspricht. Die Verwandlung beginnt mit "Gott", obwohl die Elohim sich ja zurückgezogen haben, dennoch beginnt sie mit den Elohim.
    Aber kann das so stimmen, wie ich es mechanisch-mathematisch herleite oder wie es die Genesis zu meinen scheint? Nun sind die Elohim durch ihre Schöpfertat am siebten Tag zu einer höheren Einheit, zu einer Ganzheit verschmolzen, weshalb es, mechanistisch gesehen, eine Gottheit, die zuständig für einen Tag ist, nicht gibt, und dennoch will es so erscheinen. Man muss eine andere Ausdrucksweise finden, um dem geheimnisvollen Geschehen besser gerecht werden zu können, vielleicht so: Die Elohim verschmolzen zu einer Wesenheit und ein Teil ihrer Wesenheit opferte sich für die Fortsetzung der Schöpfung, die "Gott, der Herr" genannt wird. - Aber warum weist die Genesis dennoch so mechanistisch wirkend auf den ersten Tag hin? Was auf Anhieb widersprüchlich erscheinen mag, mag sich bei näherer Betrachtung auflösen, wie das häufig so ist. Unter "Gott, der Herr" handelt es sich also eher um eine Teilwesenheit der zu einer Gesamtwesenheit verschmolzenen Einheit der Elohim. Mit dem Begriff "Gott, der Herr" wird an den ersten Tag des Sechs-Tage-Werks der Elohim angeknüpft, weil jene Wesenheit mit einem neuen Erstimpuls an die zweite Menschenschöpfung, wie sie häufig genannt wird, herantritt, der aber auf einer höheren Ebene steht als der Erstimpuls des ersten Tages des Sechs-Tage-Werks.
    "Gott, der Herr" ist also kein völlig neuartiges Wesen, sondern ist eine Wesenheit aus den aufgestiegenen Elohim. Dennoch hat sie sich als ein neuartiges Wesen aus den Elohim heraus entwickelt.
    Nachweis, aus der vorigen Gottheit hervorgegangen zu sein


    Aus "Gott, der Herr" wird "der Herr"

    Im vierten Kapitel der Genesis wird aus "Gott, der Herr" nur noch "der Herr". So spricht Eva gleich im ersten Vers, sie habe einen Mann hervorgebracht mit dem Herrn, womit sie die erste Nennung des neuen Namens vornimmt. Durch die Weglassung des Zusatzes "Gott" wird die quasi elterliche Beziehung zu den Elohim gänzlich gelöst. Aus der Jugend des "Gott, der Herr", der seine Probe mit der Fortsetzung der Menschenschöpfung bestanden hat, wird ein Erwachsener als "der Herr", der nun unabhängig walten kann.
    Wie die Genesis im zweiten Satz im vierten Vers des zweiten Kapitels verrät, das "Gott, der Herr" von den Elohim abstammt, so verrät sie in Vers sechs des sechsten Kapitels, das "der Herr" einst "Gott, der Herr" war. Dort heißt es, dass es "dem Herrn" reute, den Menschen auf der Erde gemacht zu haben. - Als er den Menschen auf der Erde machte, war er aber noch "Gott, der Herr".
    Aus den Elohim des Sechs-Tage-Werks, die am siebten Tag zu einer Einheit werden und die die Bibel als "Gott" bezeichnet, entspringt die Wesenheit "Gott, der Herr, die den zweiten Schöpfungsakt vollzieht. Schließlich verkürzt sich der Name auf "der Herr", als Eva Kain gebiert, wodurch die Abgrenzung, Isolierung und Unabhängigkeit von den Elohim durch Wegfall des Wortes "Gott" signalisiert wird.

    Die Wesenheit "der Herr" offenbart ihren eigentlichen Namen aber erst im zweiten Buch Mose, im 14. Vers des dritten Kapitels. Dort ist die Szene, in der "der Herr" im brennenden Dornbusch Mose erscheint. In Vers 6 identifiziert er sich gegenüber Mose, er sei der Gott seines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Er selbst bezeichnet sich also gleich mehrfach als einen "Gott". Auch das zweite Buch Mose, Exodus genannt, nennt ihn "Gott", obwohl diese Bezeichnung den Elohim vorbehalten ist.


    Aus „Gott, der Herr“ wird „Jahwe“

    Aus dem Gott oder den Göttern diser Väter wird ein Gott: Jahwe! „Gott“ spricht dort zu Moses: „So sollst du zu den Söhnen Israels sagen: Jahwe, der Gott euer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name in Ewigkeit, und das ist meine Benennung von Generation zu Generation.



    Buchempfehlungen

    Rudolf Steiner: "Die Geheimnisse der biblischen Schöpfungsgeschichte" und "Christus und die menschliche Seele"
  9. Inhalt

    - Die Phobie der materialistischen Wissenschaften und ihrer Anhänger über den Gedanken an außerirdisches Leben
    - Ein pyramidenförmiger Stein
    - Die Nasca-Linien


    Vorbemerkung: Dieser Blog-Eintrag ist in seiner Entstehung begriffen und es werden sicher noch weitere zum Thema folgen.


    Die Phobie der materialistischen Wissenschaften über den Gedanken an außerirdisches Leben

    Die Beobachtung, wie Wissenschaft mit der Suche nach außerirdischem Leben umgeht, zeigt einen sehr einseitigen. Es scheint ihr der Mut zu fehlen, andere Dimensionen des Wahrnehmens und Lebens ebenso intensiv zu suchen, wie die, auf die sie sich konzentriert. Der Mut fehlt denen, die sich an den engen Kategorien der materialistischen Wissenschaften klammern.

    Durch die Beobachtung lässt sich ein roter Faden erkennen, wie die materialistische Wissenschaft ihre Suche ausrichtet. Bei Objekten, die jenen Wissenschaften als extrem weit erscheinen wollen, die sie als "Sonnen" ansieht, was sonst "Sterne" genannt wird, könnten laut Aussage einiger Wissenschaftler auf den sie umkreisenden Planeten sich intelligentes Leben entwickelt haben.
    Das intelligentes Leben auf angeblich sternenumkreisenden fernen Planeten existieren könnte, steht im Gegensatz zu der eher mikrobiologischen Suche nach Leben auf den Planeten unseres Planetensystems in unserer Nähe. Und schließlich eskaliert die Phobie regelrecht, wenn die ganz große Nähe angesprochen wird, indem auf gar keinen Fall Besuch von Außerirdischen auf der Erde möglich sei.
    Wissenschaftlich Orientierte richten sich ziemlich genau nach der oben genannten Phobie, nicht aber, weil sie es kopieren, sondern weil diese Haltung eine natürliche Folge der Phobie ist, sich etwas Unangenehmes vom Leibe zu halten. Wenn ihnen droht, dass ein außerirdisches Leben ihnen irgendwie zu nahe kommt, sei es, dass man versucht, einen Bezug der Kornkreise zu außerirdischen Erbauern herzustellen, dann wird in der Regel wie bockige Kinder reagiert. Es lässt sich keine vernünftige Gesprächsgrundlage auf einer sachlich neutralen und objektiven Ebene finden, um gemeinsam der Frage nach Außerirdischem konstruktiv nachzugehen.
    Gerade wissenschaftlich Orientierte machen sich gerne lustig über die früher gemachte Aussage, der Mensch sei die Krönung der Schöpfung. Aber genau so wird sich verhalten, indem neben sich kein anderes Leben sein dürfe, das den Status streitig machen könnte.

    Und das ist eben der rote Faden, wie Wissenschaft mit der Möglichkeit außerirdischen Lebens umgeht, ich fasse zusammen:

    In der unmittelbaren Nähe werden außerirdische Besuche ausgeschlossen, in der planetaren Nähe kann ein winziges Leben akzeptiert werden, während in der erdachten Entfernung durchaus größeres sein darf.​

    Das Spielchen "weit, dann darf es groß sein, nah, dann muss es klein sein und ganz nah, dann ist es nicht möglich", wirkt von dem, was sich wissenschaftlich nennen will, wie eine uneingestandene Phobie vor außerirdischem Leben und kann den Gedanken daran offensichtlich nur durch solche Distanzspielchen ertragen, die Außerirdischen sich vom Leibe zu halten.
    Es scheint, allein der Gedanke von Außerirdischen so etwas wie einen Waschzwang auszulösen und die Außerirdischen scheinen in irgendeiner Weise etwas zu beschmutzen.

    Wissenschaft ist etwas, das zunächst ein allgemeiner Ausdruck ist für den Forscherdrang eines jeden Menschen. Hinderlich an der adäquaten Forschersuche sind irrationale Ängste wie das Unbehagen jener Außerirdischen-Phobie. Sie macht ein objektives Denken und die Produktivität zunichte. Wer einer irrationalen Angst auferlegen ist, kann sie nicht einfach ablegen, wie ein Ausschalter betätigt werden kann, aber er kann sich seiner Angst bewusst sein und mit ihr ehrlich umgehen, indem die Angst auslösende Angelegenheit eben kein Forschungsobjekt für den Betreffenden sein kann und er sich kein Urteil darüber bildet.
    Das Forschen in einem jedem Menschen ist nur dann objektiv und fruchtbar, wenn nicht von seinem Unbehagen, aber auch nicht von seinem Behagen ausgegangen wird.


    Ein pyramidenförmiger Stein

    Der phobische Umgang lässt sich überall beobachten und so wird auch mit dem pyramidenförmigen Stein umgegangen, den man nach dem verstorbenen Curiosity-Projektwissenschaftler Jacob Matijevic taufte. Der Stein ist wohl nur von einer Perspektive fotografiert worden, so dass er nur zur Hälfte zu sehen ist. Die Form des etwa 30 cm großen Steins, dessen unteres Ende eine wahrscheinlich rundherum umlaufende Kante aufzeigt, die ihn wie einen Sockel zu tragen scheint, weist auf ein größeres außerirdisches Leben hin, welches geflissentlich nicht beachtet und angesprochen wird, dafür wird ablenkend darauf hingewiesen, dass eine chemische Analyse durchgeführt wurde.

    Die url des Steins: http://www.focus.de/wissen/weltraum...t-raetselhaftes-bild-zur-erde_aid_824369.html

    Natürlich kann, darf und soll eine chemische Analyse gemacht werden, nur wirkt diese wie eine Ablenkung von dem, was optisch unmittelbar erkannt wird. Und der Hinweis über eine chemische Analyse suggeriert, dass sie eine angemessene Aussage über die Form machen könnte, denn in dem betrachtenden Menschen klafft eine fragende Lücke des Verständnisses, die nach einer Erklärung der Form sucht und gefüllt soll sie mit dem Hinweis der chemischen Analyse werden - grotesk!

    Diese weit verbreitete Phobie drückt sich unterschwellig in dem Text des Focus` aus, indem er die auffallende Form nicht angemessen anspricht und nicht einmal die kleinste Andeutung macht, dass die Kultur hinweisende Form als ein mögliches Kulturobjekt hohen Grades untersucht würde.
    Auf die Pirsch muss man sich dann eben selbst machen. Das fängt damit an, sein Denken zu ordnen, seine Wahrnehmung zu schulen und genauer hinzusehen: Was an dem Stein fällt außer der pyramidalen Form noch auf?

    Wie die phobischen Gegner des Gedankens an Außerirdische mit dem Thema einseitig umgehen, ist beispielhaft am folgenden Zitat zu erkennen, das im Forum im Thread "Rätselhafte Bilder vom Marsrover" u. a. auf meinen letzten Satz oben im vorigen Absatz, der ein klares Denken anspricht, auf seine Weise kasperlehaft antwortet:

    Zausel123 schreibt am 03.02.2013:
    " ... wenn ich von meinem Balkon herunterschaue, sitzt dort in etwa 10 Meter Entfernung ein Rabe. Das tut er schon seit einigen Wochen, wahrscheinlich viel länger, aber erst dann hab ich ihn bewusst beobachtet.
    Bis dahin war mir das Vieh überhaupt nicht so wichtig. Ein Rabe halt, der still herumsitzt und einfach nichts tut. Ich habe mir nicht einmal Gedanken darüber gemacht, warum der überhaupt da sitzt und nichts tut und bin auch nicht darüber gestolpert, dass er längst hätte weg sein müssen. War halt eine völlig unwichtige Beobachtung, die mein Gehirn nicht wirklich ins Bewusstsein aufgenommen hat.
    Mannomann, der bewegt sich ja gar nicht, vielleicht ist er tot, habe ich mir dann irgendwann gedacht.
    Ich habe meine Gedanken geordnet und mir überlegt, dass es wohl doch kein Rabe sein konnte, denn selbst wenn er tot ist, wäre er nicht mehr da. Schon wegen der Füchse.
    Also bin ich unter und habe mir das genauer angeschaut. Siehe da, es war ein Stück Holz, ziemlich dunkel, welches aussieht wie ein Rabe.
    Es gibt eine Menge Dinge, die aussehen wie etwas anderes, meistens spielt uns unsere Erfahrung einen Streich. Wenn es aussieht wie ein Rabe, muss es doch auch einer sein, oder?
    In Bezug auf den pyramidalen Stein ist sicher der Wunsch schuld, dass außerirdische Intelligenzen ihn so behauen haben.
    Dabei gibt es sogar auf der Erde Formen, die man für so etwas halten könnte.
    Schiefer zum Beispiel bricht gleichmäßig und glatt. Da kommen manchmal recht interessante Formen heraus.
    Äste können recht verstörende Formen annehmen, vor allem Nachts, wenn sie vor dem Fenster herumschwingen. Eine Tüte im Geäst eines Baumes hat mir nachts sogar einmal dermaßen Angst eingejagt, dass ich nicht mehr schlafen konnte, weil ich sie für einen Geist hielt. (Man sehe es mir nach...ich war damals 8 Jahre alt).
    Man müsste also wirklich seine Gedanken ordnen und das unwahrscheinliche erst einmal ausschließen."

    Mein Kommentar:
    Die Form irgendwelcher Objekte hat die Neigung, mit zunehmender Entfernung zu verschwimmen. Die Konturen lösen sich auf und manchmal kann es sein, dass die verschwommene Form an ein irgendein bekanntes Objekt erinnert.
    Aber lässt sich dies auf den Stein übertragen? Der Stein wurde aus einer Entfernung von etwa zweieinhalb Metern aufgenommen und wird mit der Größe eines Fußballs verglichen. Darum handelt es sich hier nicht um den oben beschriebenen Effekt.

    Wer diesen Effekt aber fälschlicherweise dreist unterstellt, die Phänomene der Optik aus niederen Beweggründen verdreht, der insbesondere durch den Spott erkennbar ist und sich über ernsthafte Arbeit lustig macht, begibt sich auf ein infantiles Niveau und ist einer Suggestion auferlegen, aus der heraus versucht wird, andere in diese Falle zu locken, in der man selbst gefangen ist.


    Die Nasca-Linien

    Erich von Dänikens Interpretation der Landebahnen halte ich ebenso als nicht zutreffend bis albern und sogar grotesk, aber vielleicht hat er damit Aufmerksamkeit erregen können, weil er einen materialistischen Zeitgeist der fetten Jahre in und nach dem Wirtrschaftswunder getroffen hatte.
    Doch vor ihm soll Maria Reiche die Linien untersucht haben. Ich sah im TV einen kurzen Ausschnitt über ein Interview von ihr vor Ort. Was kam heraus? Als sie davon zu sprechen anfing, dass die Linien astronomische (und wohl astrologische) Bezüge aufweisen würden, kam ein Schnitt und anschließend wurde ihre Aussage ins Lächerliche gezogen. - Solches sind Täuschungsmanöver der Medien.
  10. Philosophische Reihe Nr. 1


    Inhalt

    Ein Vorwort

    Was ist Philosophie?
    Suche nach Sinn des Daseins

    Vorurteile
    Frustration




    Ein Vorwort

    Die Philosophie hat viele Fassetten, weshalb ein einziger Blog-Eintrag nicht ausreicht, ihr umfassend genug nachgehen zu können. Deshalb entstehen mehrere Blog-Einträge zugehörig zur philosophischen Reihe, wie ich es nenne, mit bestimmten Themen. Der Begriff "philosophische Reihe" steht immer ganz oben am Beginn eines ihr zugehörigen Blog-Eintrag und ist mit einer Nummerierung zur Orientierung verbunden.
    Da die Blog-Einträge zu unterschiedlichen Zeiten entstehen und ich zwischendurch auch andere Blog-Einträge mit anderen Themen eröffne sowie die Software nicht erlaubt, die Reihenfolge der Blogs nachträglich zu verschieben, sind die Blog-Einträge der Philosophischen Reihe leider nicht alle hintereinander geschaltet.
    Was in jedem Blog-Eintrag steht, ist zunächst seinem Titel zu entnehmen und insbesondere gleich zu Beginn aus dem Inhaltsverzeichnis .
    Die Blog-Einträge sind mehr oder weniger in Bearbeitung, es wird immer wieder etwas hinzugefügt oder verändert.
    Manchmal stelle ich erst später fest, eine Ausdrucksweise oder gar einen Absatz nicht verständlich genug formuliert zu haben und verbessere es dann.


    Was ist Philosophie?

    Die erste und ursprünglichste Philosophie ist ja nur die, wenn über das Leben nachgedacht wird; dabei ist es ganz gleich, auf welchem Niveau das gemacht wird. Der Mensch will aus sich selbst heraus wissen, welchen Sinn sein Dasein hat, er will wissen, woher er kommt, was er hier soll und wohin er geht. Er will wissen, was es für eine Welt ist, in die er durch seine Geburt hineingestellt ist und was der Tod bedeutet. Insofern fließt die Philosophie in die Religion ein.
    Der Mensch will nicht nur, ja, er muss erkennen, wie das alles zusammenhängt und welche Geheimnisse dem zugrunde liegen. Geht der Mensch seinem Bestreben nicht nach, bedeutet das eine gewisse Selbstvergewaltigung oder einen Bewusstseinstod. Sein Bestreben ist kein von außen kommender Zwang, sondern ganz einfach ein zu seinem Wesen untrennbar Gehörendes, um dadurch sich geistig weiterentwickeln zu können. - Wie das näher zusammenhängt, erörtere ich später.


    Vorurteile

    Frustration
    Die Fragen über unser Leben mögen in gewisser Hinsicht anspruchsvoll sein, aber wird man dem Anspruch, wie er auch immer aussehen mag, auch gerecht? Wie sehr ist der Mensch bereit, etwas für seine Fragen zu tun? Und was ist es, was er dafür tun muss? Oder will er sich lieber passiv berieseln lassen?

    Es besteht im Allgemeinen durch die abstrakte Intellektualisierung der Philosophie eine sehr hohe Frustration in jenen Fragen. Zwischen Frustration und der Lust nach Intellektualisierung einiger, entstehen zunächst zwei grobe Richtungen, bei denen beide einander das Gegenteil darstellen: Die eine sucht eben im akademischen Universitätsstil sich den Fragen zu nähern und der andere negiert das Abstrakte und meint etwa, man bräuchte nur in sich "hineinfühlen", im Inneren wären schon alle Antworten, weshalb ein kompliziertes Denken, wie es bei den Akademikern ist, unnötig sei - wozu übrigens die Frauen neigen. Eine dritte Möglichkeit hat allem entsagt und sieht nur noch fern, geht in die Kneipe, freut sich auf seinen Jahresurlaub usw.


    Weiter geht`s mit der Philosophischen Reihe Nr 2: Philosophie als Universalwissenschaft für jedermann
  11. Einige kritische Erlebnisse mit der Psychiatrie

    Wer von der Psychiatrie abhängig ist und Kritik an ihr nicht gut verträgt, sollte hier besser nicht lesen.

    Im Verlauf meines Lebens hatte ich immer wieder ganz verschiedenartige Begegnungen mit der Psychiatrie, von einigen berichte ich hier.
    Meine Erlebnisse führten zu einer sehr kritischen Einstellung ihr gegenüber.
    Ich will damit nicht sagen, dass alles an ihr falsch sei, aber ich will sagen, dass zu viel an ihr falsch ist. Die Psychiatrie selber leidet im Großen und Ganzen an einer Zwangspsychose, deren Opfer die seelisch Hilfesuchenden sind, von deren Abhängigkeit die Psychiatrie sich schamlos nährt.
    Wer Hilfe braucht, fühlt man sich elendig, hat keine Wahl, als sich an die Psychiatrie zu wenden; aber man kann trotz allem auch Glück haben.


    Schizophrenie religiöser Art

    An meiner Wohnungstür traf ich zufällig eine verwirrte junge Frau an, die durch Widersprüchlichkeiten des Protestantismus` regelrecht verrückt wurde.
    Sie war Patientin einer offenen Psychiatrie, bei der jeder das Haus nach Abmeldung verlassen durfte, ging aber nicht mehr zurück. Die Gedanken nach einer Lösung ihrer Probleme schienen so groß zu sein, dass ihr der Gedanke nach einer Rückkehr wohl nicht einfiel. Sie irrte die ganze Winternacht durch die Stadt herum, trat des Morgens in das Haus ein, wo ich damals wohnte, was ihr möglich war, weil ein Arzt seine Praxis darin hatte.
    Ich kümmerte mich um die verwirrte Frau
    und sie berichtete mir ihre ganze seelische Problematik mit dem von ihren Eltern kommenden Protestantismus und die Widersprüche, die sie aufzuklären nicht imstande war, welche sie in die Schizophrenie brachten. Ebenso berichtete sie mir von dem unangemessenen Umgang der Psychiatrie mit ihr. Man würde sie und andere Patienten nicht verstehen und sie innerlich insgeheim auslachen.

    Ich hatte mit ihr, ihrem Mann und ihren Eltern noch einige Monate Kontakt. Das Erstaunlichste und Erfreulichste daran war, dass sie mir, als sie mich mit ihrem Mann das letzte Mal besuchte, sagte, nicht nur seit, sondern durch unser Gespräch die Symptome nicht mehr aufgetaucht wären, sie fügte noch hinzu, geheilt zu sein.
    Aber was hatte ich dazu nur beigetragen? Es lag wohl daran: Ich nahm die Frau ernst, nahm sie als Mensch an, lächelte, wenn es zu lächeln war und stellte einige kritische Fragen, wenn sie angemessen waren, an denen sie ihre Gedanken vergleichen und ermessen konnte.
    Sie trug auch ihren Teil dazu, denn sie war jemand, der verzweifelt nach einer Lösung suchte. Ihre einsame Odyssee durch die eiskalte Nacht (- 16 Grad!) hätte sie an die richtige Tür gebracht, wie ihre Eltern sagten.

    Ich hatte Jahre später Gelegenheit, diese psychiatrische Einrichtung näher beobachten zu können. Es wurde dort eine quasi legitimierte Menschenverachtung praktiziert.
    In der Bevölkerung der Umgebung hat diese Einrichtung überhaupt keinen guten Ruf; sie ist eigentlich seit vielen, vielen Jahren verrufen. Meine scharf kommentierten Beschwerden an die Geschäftsleitung wurden nicht beantwortet. In diesem Krankenhaus, das nicht nur eine psychiatrische Abteilung hat, sind allerhand Vorfälle passiert, die ich persönlich erlebte. Man behauptet dort von jedem Mitarbeiter, man würde mit Patienten professionell umgehen; ich habe tatsächlich die absolute Ignoranz und Erniedrigung von Patienten feststellen müssen. Meine Beschwerden in diesen Fällen wurden ebenso nicht beantwortet. Mein Resümee ist: Patienten werden wie unwesentliche Objekte behandelt!- Ich müsste wohl die Aufsichtsbehörde einschalten, aber was würde sie tun? Nichts, denn was ich berichte, liegt innerhalb des Akzeptierten.

    Fortsetzung: "Kritisches über die Psychiatrie - Teil 2"
  12. Inhalt

    Autoritäres Gebaren schon am Telefon

    Bloßstellung durch Gruppensitzung



    Autoritäres Gebaren schon am Telefon

    Einmal kam ich mit der Psychiatrie telefonisch durch einen neuen Hausarzt in Kontakt. Ich hatte damals Schlafstörungen und konnte nur mit Schlaftabletten schlafen. Der Allgemeinmediziner wollte mir keine Schlafmittel verschreiben, wie es sein Vorgänger tat, und meinte, ich müsste zum Entzug in die Psychiatrie. Er vermittelte ein Telefongespräch und ich stellte der Mitarbeiterin einige Fragen. Sie erwähnte etwas darüber, dass ich die Psychiatrie verlassen könnte, wenn ich Ausgang hatte. Diese Ausdrucksweise gefiel mir gar nicht, schließlich bin ich ein freier Mensch. Es entstand ein Streitgespräch, bei dem mir auffiel, dass die Dame am anderen Ende es war, die immer ungehaltener wurde, während ich ruhig blieb. Es schien ihr überhaupt nicht zu gefallen, dass sich jemand erlaubte, kritische Fragen zu stellen und kritische Äußerungen zu machen, der potentiell in die Psychiatrie kommt, bis sie derart ungehalten wurde, dass ich ihren Namen wissen wollte, um mich zu beschweren. Ich verstand ihn nicht richtig und bat um eine Buchstabierung, worauf sie, sicher beleidigt und wütend, plötzlich auflegte.

    Hier erfuhr ich zum ersten Mal in aller Deutlichkeit, dass Mitarbeiter - nicht nur die der Psychiatrie - Abhängigen gegenüber schnell autoritär werden, wenn die Abhängigen nicht so recht abhängig sein wollen, sondern sich ihrer Mündigkeit bewusst sind und davon Gebrauch machen.

    Der neue Hausarzt bedachte aber nicht, dass meine Schlafprobleme durch den Entzug aber nicht überwunden würden, so ging ich wieder zu meinem vorherigen Hausarzt hin, der mir wieder brav Schlafmittel verschrieb.
    Ich war mir bewusst, wie gefährlich die Abhängigkeit von Schlafmittel werden kann und suchte verzweifelt eine Lösung. Eines Tages passierten mysteriöse Geschehnisse und ich ahnte durch diese, keine Schlaftabletten mehr zu brauchen. Die folgende Nacht bestätigte das - zum Glück!



    Bloßstellung durch Gruppensitzung

    Ich hatte aus beruflichen Gründen die Möglichkeit, die Psychiatrie näher beobachten zu können, die ich im vorherigen Blog bereits angesprochen habe. Ich vergleiche sie mit dem beeindruckenden amerikanischen Spielfilm "Einer flog übers Kuckucksnest":

    Bei einer von mir beobachteten allwöchentlichen Gruppensitzung einer offenen Psychiatrie, wurden die Patienten reihum aufgefordert, vor allen anderen ihre spezielle seelische Problematik und ihre Vorstellung, wie sie gesund werden könnten, zu offenbaren. Es wurde ihnen aufgrund der Situation und des Gruppendrucks nicht die Möglichkeit gegeben, anders entscheiden zu können. So hatte jeder zu bekunden, was sonst nur im vertraulichen Gespräch zwischen Arzt und Patient stattfinden kann (und auch dort nicht muss). Die Patienten wurden auf diese Weise entwürdigend behandelt und durch eine Zwangssituation, in die sie hineingestellt wurden, entmündigt.

    Eine Patientin vertraute mir ihre Gedanken an und sprach über diese Situation als eine befehlsartige Berichterstattung über Intimes. - Die Patienten wurden also nicht mit offen erkennbaren Knüppeln oder groben verbalen Äußerungen erniedrigt, sondern durch die Konstellation der Gruppensitzung und der Selbstverständlichkeit der Forderung. In einer solchen Situation steht ausnahmslos jeder unter Druck, Auskunft geben zu müssen und Dinge über seine Heilungsvorstellung zu sagen, die er vielleicht gar nicht hat, um nicht dumm dazustehen.

    Was die Patienten unter solchen Erpressermethoden wirklich denken, ist nur durch genaue und längere Beobachtung herauszufinden oder sie erzählen es in vertraulicher Atmosphäre.

    In dem amerikanischen Spielfilm "Einer flog über das Kuckucksnest" mit dem bekannten Schauspieler Jack Nickolson in der Rolle des Mac Murphy, werden solche Gruppensitzungen gezeigt. Mit Hilfe der filmischen Mittel und der hervorragenden schauspielerischen Leistungen aller Mimen, kann der Zuschauer genau beobachten, wie den Patienten die Zwangsoffenbarungen unangenehm sind. Das Unbehagen steigert sich und die verbalen Angriffe richten sich zunächst nur gegen die Patienten untereinander, bis es zum Eklat kommt.
    Im Verlauf des Film ergeben sich weitere verschiedenartige Steigerungen, die durch die Gewitztheit und den Freiheitsdrang des Hauptdarstellers Mac Murphy provoziert werden, bis er die zynische Stationsleiterin erwürgen will, da sie durch ihre Gefühlskälte und ihre Lust am psychischen Sadismus den Tod des naiven Billy verursachte.

    Die Darstellungen des Films steigern sich zwar in Überspitzungen, aber sie demonstrieren die Wirklichkeit der in der Psychiatrie angewendeten Methoden und Prinzipien in der Weise, dass es so sein könnte, wie es der Film darstellt. Auch wenn es nie einen Helden wie Mac Murphy gegeben haben mag, so ist der Film mit all seinen Zuspitzungen doch sehr wohl realistisch und für denjenigen sehr sehenswert, der sich ein Bild über die subtilen Unterdrückungsmethoden der heutigen Psychiatrie machen möchte.
    Rudyline gefällt das.