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  1. Mit zittrigen Händen
    fiebrigem Hirn
    fleckiger Haut
    verfettetem Fleisch
    und morschen Knochen

    Ein Tempel, ein Reich
    ein Fest des Verfalls
    Pilze und Maden
    Orgien im Seich
    ertränkter Sophia.

    Du Fremder im Licht
    ungeschaffen
    unerreichbar
    welche nur ist
    deine Hand?
    Leopold o7 gefällt das.
  2. Untot, aber zu wach. Ein Zombie, der glaubt, er wäre keiner; der Ausschau nach einer Form von Leben hält, die doch längst Geschichte ist, und jedes Mal furchtbar erschrickt, wenn er sich in den Grimassen seiner Artgenossen spiegelt. Schmutzige Sehnsucht nach dem Weltenbrand.
    Leopold o7 gefällt das.
  3. Wortfossilien
    weitverzweigt
    Schmerz ein Traum
    der heimwärts zeigt
    Livie und Leopold o7 gefällt das.
  4. Wie so viele vor uns feierten wir unseren Sieg, noch ehe der Krieg uns fand. Damals glichen wir den Autoren anderer, gesünderer Zeilen mindestens insofern, als wir keinen Gedanken an die Frage verschwendeten, ob es irgendein Unheil gebe, dem wir nicht gewachsen seien, und – gleichwohl wir meist müßig auf der Stelle traten – kaum ein Wegbruder, der in unserem Blickfeld erschien, vor eitlen Belehrungen und unnützen Ratschlägen gefeit war. Hätten wir auch nur erahnt, wie närrisch unser Selbstbild in Wahrheit war, wären wir gar nicht erst aufgebrochen, sondern hätten uns, so gut es gegangen wäre, in dem, was wir waren, eingeigelt. Erst wäre unser Glaube erloschen, dann unsere Träume und schließlich unser Geist. Fleisch wären wir gewesen, gleichauf mit all jenen Zeitgenossen, deren viehisches Vegetieren dieser Tage das Einzige ist, was uns noch davon abhält, den Kurpfuschern zu erlauben, unser Fieber in wattiger Chemie zu ersticken.

    Lebendiger, als wir sein sollten, schleppen wir uns durch eine Ödnis voran, die längst keinen Stolz mehr zulässt, einem Horizont entgegen, an dem nekrotisch die Schwarze Sonne nagt. Spukgestalten vergangener Hoffnungen umschwirren und quälen uns, verführen uns kurzzeitig und reißen neue Wunden, wenn sie verpuffen. Unsere Zauber, früher bloß Ahnungen, entfalten sich nun, da auch sie nichts mehr bedeuten, zu erhabenen Gesichten; unsere Lieder sind albern oder verstummt. Unsere letzten verbliebenen Gefährten heißen Angst, Drangsal und Zweifel, und selbst sie straucheln immer öfter, je näher der Horizont rückt. Dies ist der einzige Weg, der den Lebenden offensteht. Er führt in den Tod, wohingegen all diejenigen, die ihn nicht auf sich nehmen oder unterwegs stehen bleiben, vom Tod erjagt werden. Es ist sinnlos, ihn zu gehen, doch wenn es überhaupt so etwas wie einen Sinn gibt, dann wartet er am Ende des Weges.

    Die Kreatur, die einen unbesiegbaren Fressfeind heimsucht, ist kein heiles Wesen im Sinne des materiellen Kosmos. Sie trägt einen Schädling, einen Parasiten in sich, der sich auszubreiten trachtet, der seinen Wirt dazu zwingt, sich zu opfern, damit er selbst auf einen stärkeren übergehen kann. Dieser Parasit ist nichts weiter als unsanft in der Stofflichkeit erwachter Geist, getrieben von Heimweh und gepeinigt von der Ungewissheit darüber, ob die ersehnte Heimat mehr ist als der Fiebertraum eines depressiven Affen.
    Ireland, Loop und Leopold o7 gefällt das.
  5. Wenn man sich dabei ertappt, dass man sich nur noch zunehmend lustlos selbst wiederholt, sollte man sich zurückziehen. Die albernen Käuze habe ich immer gehasst. Will ich wirklich zu einem werden?
  6. Wir schwärmten aus, ehe wir einander erkannten, und fanden nichts in Choronzons Traum.
    Leopold o7 gefällt das.
  7. Vergessen der Traum, der uns führte,
    die Sehnsucht allein ist geblieben
    und hat uns mit sengenden Peitschen
    von Schande zu Schande getrieben.

    Am Horizont: wuchernde Leere,
    die Wege zurück stehn in Flammen;
    am Himmel treibt schwarz und nekrotisch
    die Sonne die Winde zusammen.

    Wir haben so viel überstanden,
    doch dieser Sturm wird uns nicht tragen
    Er heult von der Saat und der Ernte,
    Geschwister, er kommt, uns zu jagen.

    Seid tapfer und seht ihm entgegen!
    Mit ihm wird das Alte verwehen.
    Wir ziehen in neuer Zeit weiter,
    bleibt auch nur ein Funke bestehen.
    Loop gefällt das.
  8. ...

    Kann nicht mehr ertränken
    ohne zu ertrinken
    Fieber alle Nächte
    alle Wege rau

    Abschied nehmen, wundgedenken
    brennen, faulen oder sinken
    Falsche Spiegelbilder
    schwarz im Abendtau
    Swanti gefällt das.
  9. Wenn es gallenbitter schmeckt und mehrtägige Bauchschmerzen verursacht, aber darüber hinaus völlig wirkungslos ist, dann warten wir ein paar Wochen und versuchen es noch einmal, das tolle aztekische Traumkraut, diesen Fluch bedingungsloser Gesetzestreue.
  10. 1

    Ich: Ein Affe und sporadische Funken, die Geist simulieren. Die Simulation erkennt sich als solche, spürt aber ihre göttliche Vollendung so nah bei sich, dass sie glaubt, sich nur hineindrehen zu müssen; derweil droht der Affe, Amok zu laufen, da er nichts mehr fürchtet als seine eigene Überwindung. Verschmilzt aber die Kälte der Gottheit mit dem Zorn des Tieres, so entsteht eine Bestie, und deshalb muss der Affe, wenn die Verwandlung erfolgt, bereit sein, vom Leben zu lassen, sei es in der glücklichen Überzeugung, seinen Lebensauftrag erfüllt zu haben, sei es in tiefer Verzweiflung oder schwerer Krankheit. So lange die Simulation andauert, führen viele Wege zur lebendigen Wahrheit, und die meisten davon sind schrecklich.
  11. Es bleibt dabei: Alles, was im Sturme nicht standhält, ist wertlos. Ist es eine Ehre, den Sturm in sich zu tragen? Nein, es ist eine sehr hässliche, dornige Abkürzung zum Ende aller Wege, die weitgehend ohne Trugbilder auskommt. Jedes lächelnde Gesicht ist die Fratze einer Leiche, jede zärtliche Berührung ein Abschied und jeder Traum - ein Traum. Dem Gehirn obliegt es, den Kosmos in hübsche Lügengespinste zu kleiden, aufrecht zu erhalten, was gleichsam die wichtigste Stütze und der größte Unfug ist - Sicherheit und Sinn -, und wenn es daran scheitert, dann steht zwischen dem Menschen und dem Tod nur noch der Überlebenstrieb, ein zwanghafter Kampf gegen das Unausweichliche in einem kalten, fremden Kosmos voller glücklicher Schwachsinniger, befeuert von fiebriger Sehnsucht nach Erfüllung und, wenn gar nichts mehr hilft, Trauer um Unerreichbares.

    Am Ende stehen der Trotz der Jugend und ein Spinnenfaden Hoffnung, den auch nur zur Kenntnis zu nehmen lächerlich erscheint, da das, was da endet, der lebenslange Irrgang eines Toren und Glücksritters ist.
  12. Wenn man nur mit Feinstaubmaske nach draußen kann, weil einem die blühende Natur sonst an die Gurgel geht, und dann trotzdem röchelnd wach liegt, während der Körper versucht, den Frühlingsdreck abzustoßen, der durch Fenster und Türen gedrungen ist, und wenn man erst kürzlich ärztlich bescheinigt bekommen hat, dass man ausschließlich auf Schimmelpilze nicht allergisch reagiert, dann muss man eigentlich nicht noch zusätzlich mit wuchernden Kiemen geboren worden sein, um zu verstehen, dass man auf diesem Planeten unerwünscht ist.

    Ihr aber, Naturschützer, kollaboriert mit meinem erklärten Todfeind, also habt wenigstens den Anstand, von mir nicht dasselbe zu verlangen.
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