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  1. image-2018-08-13.png

    Ich sollte mir eine gruselige Geschichte zu diesem Foto ausdenken. Ein paar Mal in den Wald fotografiert und schon einen Geist erwischt.
    Dir und ~OuttaSpace~ gefällt das.
  2. Malkuth und Nehemoth sind identisch, der Übergang theoretisch einfach und praktisch unmöglich.
  3. Das Kind ging in die Schatten. Es hält die Augen geschlossen, um nicht gesehen zu werden. Um einen Weg hinaus zu finden, müsste es sie öffnen.
    Loop, Almaz und Ireland gefällt das.
  4. Und die See nahm uns auf,
    hat uns alle erdacht,
    zwischen Schlacke und Geist
    in chorontischer Nacht.

    Blinde Kinder, ein Schwarm,
    von der See nur geliebt,
    der nach Einheit sich sehnt,
    unaufhaltsam zerstiebt,

    der sich Possen erdenkt;
    und die See sieht ihn nicht,
    da er irrt, da er brennt
    in chorontischem Licht.
    Ultimate gefällt das.
  5. Versucht nicht, die Toten zu halten! Greift ihr nach ihnen, liegen andere bereit.

    Sie sickern ein durch Wunden, die nicht heilen wollen: dem Wirt sehnlichst vermisste Freunde, dem Betrachter tote, böse Kopien; Sauger, Beißer und Wühlen; Pest der Grenzbereiche.


    Ich sah Ungeziefer von den Seelen meiner Nächsten zehren und erschaudere vor dem Gedanken daran, im Schlaf noch einmal jenen zu begegnen, derentwegen ich gar nicht mehr erwachen wollte.

    Ich ahne, wie sie durch Augen aussehen, die nicht meine sind.
    Ultimate, Ireland und Loop gefällt das.
  6. Mit zittrigen Händen
    fiebrigem Hirn
    fleckiger Haut
    verfettetem Fleisch
    und morschen Knochen

    Ein Tempel, ein Reich
    ein Fest des Verfalls
    Pilze und Maden
    Orgien im Seich
    ertränkter Sophia.

    Du Fremder im Licht
    ungeschaffen
    unerreichbar
    welche nur ist
    deine Hand?
    Leopold o7 gefällt das.
  7. Untot, aber zu wach. Ein Zombie, der glaubt, er wäre keiner; der Ausschau nach einer Form von Leben hält, die doch längst Geschichte ist, und jedes Mal furchtbar erschrickt, wenn er sich in den Grimassen seiner Artgenossen spiegelt. Schmutzige Sehnsucht nach dem Weltenbrand.
    Leopold o7 gefällt das.
  8. Wortfossilien
    weitverzweigt
    Schmerz ein Traum
    der heimwärts zeigt
    Livie und Leopold o7 gefällt das.
  9. Wie so viele vor uns feierten wir unseren Sieg, noch ehe der Krieg uns fand. Damals glichen wir den Autoren anderer, gesünderer Zeilen mindestens insofern, als wir keinen Gedanken an die Frage verschwendeten, ob es irgendein Unheil gebe, dem wir nicht gewachsen seien, und – gleichwohl wir meist müßig auf der Stelle traten – kaum ein Wegbruder, der in unserem Blickfeld erschien, vor eitlen Belehrungen und unnützen Ratschlägen gefeit war. Hätten wir auch nur erahnt, wie närrisch unser Selbstbild in Wahrheit war, wären wir gar nicht erst aufgebrochen, sondern hätten uns, so gut es gegangen wäre, in dem, was wir waren, eingeigelt. Erst wäre unser Glaube erloschen, dann unsere Träume und schließlich unser Geist. Fleisch wären wir gewesen, gleichauf mit all jenen Zeitgenossen, deren viehisches Vegetieren dieser Tage das Einzige ist, was uns noch davon abhält, den Kurpfuschern zu erlauben, unser Fieber in wattiger Chemie zu ersticken.

    Lebendiger, als wir sein sollten, schleppen wir uns durch eine Ödnis voran, die längst keinen Stolz mehr zulässt, einem Horizont entgegen, an dem nekrotisch die Schwarze Sonne nagt. Spukgestalten vergangener Hoffnungen umschwirren und quälen uns, verführen uns kurzzeitig und reißen neue Wunden, wenn sie verpuffen. Unsere Zauber, früher bloß Ahnungen, entfalten sich nun, da auch sie nichts mehr bedeuten, zu erhabenen Gesichten; unsere Lieder sind albern oder verstummt. Unsere letzten verbliebenen Gefährten heißen Angst, Drangsal und Zweifel, und selbst sie straucheln immer öfter, je näher der Horizont rückt. Dies ist der einzige Weg, der den Lebenden offensteht. Er führt in den Tod, wohingegen all diejenigen, die ihn nicht auf sich nehmen oder unterwegs stehen bleiben, vom Tod erjagt werden. Es ist sinnlos, ihn zu gehen, doch wenn es überhaupt so etwas wie einen Sinn gibt, dann wartet er am Ende des Weges.

    Die Kreatur, die einen unbesiegbaren Fressfeind heimsucht, ist kein heiles Wesen im Sinne des materiellen Kosmos. Sie trägt einen Schädling, einen Parasiten in sich, der sich auszubreiten trachtet, der seinen Wirt dazu zwingt, sich zu opfern, damit er selbst auf einen stärkeren übergehen kann. Dieser Parasit ist nichts weiter als unsanft in der Stofflichkeit erwachter Geist, getrieben von Heimweh und gepeinigt von der Ungewissheit darüber, ob die ersehnte Heimat mehr ist als der Fiebertraum eines depressiven Affen.
    Ireland, Loop und Leopold o7 gefällt das.
  10. Wenn man sich dabei ertappt, dass man sich nur noch zunehmend lustlos selbst wiederholt, sollte man sich zurückziehen. Die albernen Käuze habe ich immer gehasst. Will ich wirklich zu einem werden?
  11. Wir schwärmten aus, ehe wir einander erkannten, und fanden nichts in Choronzons Traum.
    Leopold o7 gefällt das.
  12. Vergessen der Traum, der uns führte,
    die Sehnsucht allein ist geblieben
    und hat uns mit sengenden Peitschen
    von Schande zu Schande getrieben.

    Am Horizont: wuchernde Leere,
    die Wege zurück stehn in Flammen;
    am Himmel treibt schwarz und nekrotisch
    die Sonne die Winde zusammen.

    Wir haben so viel überstanden,
    doch dieser Sturm wird uns nicht tragen
    Er heult von der Saat und der Ernte,
    Geschwister, er kommt, uns zu jagen.

    Seid tapfer und seht ihm entgegen!
    Mit ihm wird das Alte verwehen.
    Wir ziehen in neuer Zeit weiter,
    bleibt auch nur ein Funke bestehen.
    Loop gefällt das.
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