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Zum esoterischen Verständnis der Bibel

Eintrag von Solis im Blog Solis's blog. Ansichten: 189

Zum esoterischen Verständnis der Bibel




Schlaget die Bibel zu

Die Überschrift stammt von mir, denn oft, wenn ich anthroposophische Autoren lese, kommt es mir zunächst so vor, als ob sie dieser Meinung wären. Doch das will nur sagen, die Bibel nicht unvorbereitet lesen zu sollen, sondern eine ihr angemessene Einführung zu finden; ohne diese ist es Unsinn, sie lesen und verstehen zu wollen und sie besser bis dahin sozusagen zugeschlagen zu lassen.

Was Rudolf Steiner über das Johannes-Evangelium sagt, trifft nicht nur auf es zu. Gewissermaßen fordert er hier auf, die Bibel zuzuschlagen und von ihr unabhängig die in ihr verborgegenen Wahrheiten in der Tiefe der eigenen Seele selbst zu erforschen:

„Unsere Vorträge über das Johannes-Evangelium werden ein doppeltes Ziel haben. Das eine wird sein, die geisteswissenschaftlichen Begriffe als solche zu vertiefen nach mancherlei Richtungen hin zu erweitern; und das andere Ziel ist gerade dies: durch diejenigen Vorstellungen, die uns dabei vor die Seele treten werden, die große Urkunde des Johannes-Evangeliums selbst uns nahezubringen. Das bitte ich festzuhalten, daß die Vorträge nach diesen beiden Richtungen hin gemeint sind. Es soll sich nicht etwa bloß handeln um Auseinandersetzungen über das Johannes-Evangelium, sondern an der Hand desselben wollen wir in tiefe Geheimnisse des Daseins eindringen, und wir wollen durchaus festhalten, wie eigentlich die geisteswissenschaftliche Betrachtungsweise beschaffen sein muß, wenn sie anknüpft an irgendeine der großen historischen Urkunden, die uns durch die verschiedenen Religionen der Welt überliefert worden sind. Man könnte nämlich glauben, wenn der Vertreter der Geisteswissenschaft über das Johannesevangelium spricht, er wolle das in dem Sinne tun, wie es sonst auch vielfach geschieht: einfach eine solche Urkunde zugrunde legen, um aus ihr diejenigen Wahrheiten, um die es sich handelt, zu schöpfen und diese Wahrheiten auf die Autorität der religiösen Urkunden hin vorzubringen."
aus: Rudolf Steiner, Johannes-Evangelium, Vortrag Hamburg, 18. Mai 1908

Hinweis: Rudolf Steiner war Begründer der Anthroposophie und der Waldorfschulen




Bibel aus geistiger Schau gewirkt

„Die biblischen Urkunden stammen nicht aus äußeren Erinnerungen und Überlieferungen, sondern aus der Rückschau erleuchteter Geister. Diese Rückschau bietet sich aber nicht sogleich der physisch-historische Tatbestand dar. Nicht was äußerlich sich abgespielt hat, sondern die begleitenden seelisch-geistigen Vorgänge werden in imaginativen Bildern wahrgenommen und so wiedergegeben, als handele es sich um äußere Geschehnisse. Das Interesse an der Außenseite des Geschehens lag in den Zeiten, in denen die biblischen Schriften entstanden, nicht so ausschließlich nahe wie in unserer Gegenwart. Nun gibt es seelisch-geistige Vorgänge, die mit dem sie verleiblichenden äußeren Geschehen bildgleich sind; es gibt aber auch solche, die gar nicht von entsprechenden physischen Geschehnissen begleitet gewesen sind. Die Unterscheidung und die damit verbundene Übersetzung in die heutige historische Vorstellbarkeit bleibt Schritt für Schritt die Aufgabe dessen, der sich um das Verständnis des Alten oder Neuen Testaments bemüht. Jedenfalls führt die naive Auffassung, die einfach in allen Bildern und Erzählungen äußere Vorgänge annimmt, in lauter Irrtümer und Sackgassen hinein.“ aus: Emil Bock, Moses und sein Zeitalter, S. 24
Hinweis: Emil Bock war Anthroposoph und begründete die anthroposophisch ausgerichtete Christengemeinschaft.

Physische Darstellungen?
Am Beispiel der Heilungen eines Blinden und eines Lahmen stellt sich für den die Frage, ob körperlich geheilt wurde, wie etwa ein heutiger Arzt vorgeht, oder ob nicht, der zu ahnen beginnt, dass es sich um die Beschreibung geistiger und nicht irdisch-äußerer Vorgänge handelt; ebenso ist es beim Gehen über Wasser und vielen anderen Stellen. Bleibt man beim Physischen, entstehen lauter Widersprüche, die erst bemerkt werden können, wenn die Voraussetzungen, sie erkennen zu können, gegeben sind. So muss man z.B. bei der physischen Vorstellung beim Gehen übers Wasser sich Zusatzvorstellungen machen, damit es physisch erst möglich wird, doch biblisch wird darüber nichts erklärt. Andererseits werden die Darstellungen gerne als Wunder betrachtet, um so die sich vorgestellte, besondere "Gottesnähe" des Jesus herausstellen zu wollen. Bleibt man im Äußeren, lässt sich in den Darstellungen kein höherer Sinn finden, ja man ahnt eben keinen und meint, im Irdischen läge der Sinn. Und zusammen mit dem machtvollen Psycho-Einfluss der Kirche, die ebenso irdisch interpretiert, meint man, nach Vorbild jener wundergläubigen Jesus-Vorstellung selber umso mehr Gottesnähe durch eine albern anmutende Sentimentalität zu erringen.
Für den Sucher aber stellt sich die Frage z.B. nach der Heilung des Blinden so: Hat er körperlich blinde Augen des Blinden körperlich geheilt oder hat er geistig blinde Augen geistig geheilt? - Schon allein bei dieser kurzen Frage können jene, die meinen, christlich zu denken, nicht angemessen ehrlich antworten, indem immer wieder auffällt, wie sehr sie den Aspekt des Geistigen zu Gunsten des Irdischen verleugnen.

Nächstenliebe
Menschen, die meinen, christlich zu sein, wissen gar nicht, welche Aufgabe Jesus von Nazareth hatte und wie sie sich unterschied von der des Christus. Und sie unterscheiden auch Begriffe wie "Vater", "Gott" und "Heiliger Geist" nicht oder fantasieren irgendwelche Unterscheidungen zusammen. Dazu gehört auch die Nächstenliebe, die als ziemlich einziger Aspekt irgendwie begriffen, aufgegriffen und sich deshalb daran geklammert wird. Man bildet sich die Vorstellung, es ginge nur um eine möglichst sentimentale Haltung, mit der die Nächstenliebe verknüpft wird, als ob das die Botschaft des Christlichen wäre, die als eine neue in die Welt gekommen wäre.

Auferstehung
Durch den Schreck, die Erkenntnis zu haben, den körperlichen Tod eines Tages erfahren zu müssen, wird sich an die so genannte Auferstehung geklammert, der die Vorstellung eines Äußeren gegeben wird, indem sich die Meinung gebildet wird, wieder mit einem fleischlichen Leib aus dem Tode aufzuerstehen.

Der Verlauf der Zeit
Jeder kann an sich selbst feststellen: Wenn man sich langweilt, scheint die Zeit langsamer zu verlaufen, hat man an etwas Spass hat oder sich auf etwas konzentriert. Das zeigt, dass der Verlauf der Zeit vom Bewusstsein abhängt.
Der biblische Schöpfungsbericht zeigt zeitlich auch ein Seltsames, wenn er von sieben Tagen spricht, aber die Sonne erst am vierten entstehen lässt, denn unsere Tage richten sich zeitlich ja nach ihrem Lauf um die Erde am Himmel. Wie also kann man schon von Tagen sprechen, als die Sonne noch gar nicht da war? So weist dies darauf hin, das mit den biblischen Tagen etwas anderes gemeint sein muss.



Die Aufgabe des Jesus von Nazareth

Oft stellen sich manche die Frage, ob Jesus nicht doch noch einmal kommen sollte, weil man sich der Meinung hingibt, er habe seine Aufgabe nicht richtig erfüllt oder weil die Menschen trotz seinem Erscheinen vor 2000 Jahren weiterhin der Nächstenliebe nicht nachgehen und immer noch so böse sind ... Doch solche Gedanken entstehen, weil nicht genügend nachgeforscht worden ist, was Jesus von Nazareths eigentliche Aufgabe war.

Das Rätsel über ihn, lässt manchen seine Abstammung in fantastische Zeiten setzen und entwirft vielleicht die Ansicht, er wäre ein Atlanter gewesen. Aber ob es so ist oder ob nicht, ist Anbetracht seiner bedeutsamen Aufgabe jedenfalls nicht eine entscheidende Frage, denn sie ist lediglich eine historische. Bedeutsam aber ist, dass er geistig die Voraussetzungen dafür gehabt haben musste, den Christus in sich aufnehmen zu können. Ein Verständnis dazu ist, durch Reinkarnation sich von Erdenleben zu Erdenleben immer höher zu entwickeln, so „dass man sich zu der Ahnung durchringt: eine Menschenindividualität könne in wiederholten Erdenleben sich zu immer höheren und höheren Stufen der Vollkommenheit entwickelt haben. Wer solches ahnen konnte, vermochte auch eine Empfindung dafür zu haben, dass in Jesus eine Individualität von hoher Geistigkeit erschienen sei. Je höher die Geistigkeit, desto größer die Möglichkeit, bedeutsames zu vollbringen. Und so konnte die Jesus-Individualität fähig werden, jene Tat zu vollbringen, welche die Evangelien in dem Vorgang der Johannes-Taufe so geheimnisvoll andeuten, und durch die Art, wie sie darauf hinweisen, doch so klar als etwas Wichtigstes bezeichnen. – Die Persönlichkeit des Jesus wurde fähig, in die eigene Seele aufzunehmen Christus, den Logos, so dass dieser in ihr Fleisch wurde. Seit dieser Aufnahme ist das ‚Ich’ des Jesus von Nazareth der Christus, und die äußere Persönlichkeit ist der Träger des Logos.“ aus: Rudolf Steiner, Das Christentum als mystische Tatsache und die Mysterien des Altertums, S. 136f

Rudolf Steiner erklärt, dass vor der Fleischwerdung des Christus durch Jesus in den Sonnen-Mysterien und -Tempeln überall auf der Welt die Seele zur Erfassung des Christus-Geheimnisses künstlich vorbereitet worden sei und um damit auf entsprechender Stufe in die höhere geistige Welt aufzugehen, welche mit der Fleischwerdung nicht mehr notwendig sei. Dies soll einst Konservative auf den Plan gerufen, die von der Einweihung durch die Mysterien nicht ablassen konnten und sollen begonnen haben, den Christus Jesus zu verfolgen.
Werdender gefällt das.
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