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Wahrnehmung ist Projektion oder was ist eine Borderline-Persönlichkeit?

Eintrag von AlphaOmega71 im Blog AlphaOmega71's blog. Ansichten: 65

Diesen Blogeintrag poste ich aus wiederholt aktuellem Anlass.

"Wahrnehmung ist Projektion" klingt vll. für viele wie ein harmloser, nicht besonders wichtiger Satz. Ist er nicht!
Tatsächlich ist er einer der wichtigsten Informationen in meinem Leben und in Eurem auch. Nur, ist dies den meisten nicht bewusst. Sie verstehen nicht einmal, was genau er bedeutet und ich kannte ihn auch lange, bevor ich die tiefe und umfassende Bedeutung erkannte. Man könnte beinahe sagen, er hat mir fast das Leben und meinen Verstand gerettet.

Alle Menschen projizieren!
Was bedeutet projizieren? Viele benutzen dieses Wort, ohne, wieder einmal, genau zu verstehen, was es genau bedeutet. Es ist ein geradezu modernes Wort geworden und somit in fast aller Munde.
Wir projizieren unbewusste Selbstanteile auf andere Menschen. Das sind, nicht immer, jedoch häufig, "negative" Selbstaspekte.

Erziehung zwingt uns, Selbstaspekte (Gefühle, Bedürfnisse, Charaktermerkmale) zu verdrängen. Damit werden sie unbewusst und wir haben keinen Zugriff mehr darauf. Technisch betrachtet, könnte man es so formulieren, dass wir einen Werkzeugkoffer mit allen möglichen Werkzeugen besitzen, jedoch sind viele dieser Werkzeuge in einem Schrank eingeschlossen, dessen Schlüssel wir nicht finden können. Also arbeiten wir mit den Werkzeugen, auf die wir noch Zugriff haben. Damit ist unser Handlungsspielraum eingeschränkt.

Ein Beispiel:
Jemand ist so erzogen worden, dass ihm verboten oder suggeriert wurde, dass er schlecht und böse ist, wenn er sich selber lobt. Er wird genötigt, bescheiden zu sein, weil seine Eltern Eigenlob nicht dulden und bestrafen. Fortan lobt sich das Kind nicht mehr, sondern unterdrückt diesen Impuls. Mit der Zeit und Häufigkeit der Verdrängung dieses Dranges wird dieser unbewusst. Dieser Mensch lobt sich nicht mehr selber, sondern übernimmt unter Drill und Zwang das Wertesystem seiner Eltern. Jeder verdrängte Impuls steht im Organismus unter Spannung, denn es kostet den Körper Kraft, einen Selbstanteil verdrängt/festzuhalten. Man kann sich das wie einen gespannten Bogen oder eine gespannte Saite vorstellen.

Begegnet dieser Mensch als Erwachsener jemandem, der sich ganz frei und offen für etwas lobt, wird dieser Bogen angetriggert, in Schwingung gebracht und damit auch die verdrängten Impulse/Gefühle, welche unter Spannung stehen. Wenn ein Kind gezwungen ist, einen Selbstanteil zu verdrängen, geschieht dies mit Gefühlen von äußerster Wut und Aggression, da dauerhafte Verdrängung eines Selbstanteiles von der Natur nicht vorgesehen ist. Jeder Anteil hat seine Berechtigung und Funktion und soll dem Überleben dienen. Kein Selbstaspekt ist überflüssig und/oder ein Fehler der Natur!

Wird also die Saite angetriggert, löst dies verdrängte unbewusste Wut und Aggressionen in einer Person aus. Je stärker diese Gefühle unter Spannung stehen, desto massiver sind die Wut und Aggression, welche angetriggert werden. Das Gegenüber spiegelt dieser Person jedoch lediglich einen Selbstanteil, den dieser ebenfalls besitzt, sich dessen nur nicht mehr bewusst ist und somit keinen Zugriff mehr darauf hat. Lediglich seine emotionale Reaktion ist der Indikator dafür, dass dieser Selbstanteil in ihm existiert.

Was hat das mit einer Borderline-Persönlichkeit zu tun?
Diese Menschen sind in einem sozialen Umfeld groß geworden, welches ein extrem strenges und starres Wertesystem vermittelt hat.
Das Kind lernte hier, dass es schlecht, böse, wertlos … ist, wenn es sich nicht so verhält, wie die Eltern es vorgeben. Ein Kind hat keine Wahl, als diese Werte zu übernehmen. So entsteht das "berühmte" Schwarz/Weiss-Denken einer Borderline-Persönlichkeit. Verhält sich jemand nicht nach deren "Kodex", ist dieser schlecht, böse, wertlos … genauso, wie er es selber an sich erfahren hat.

Ein "Borderliner" hat durch das enge Wertekorsett zwangsläufig viele Selbstanteile verdrängen müssen und steht demnach extrem unter Spannung. Darüber hinaus spürt sich ein Mensch mit jedem verdrängten Selbstanteil weniger, was bei vielen "Borderlinern" zu extremen Handlungen führt z.B. ritzen, rasen oder andere Arten von Selbstschädigung, um sich selber wieder zu spüren.

Je mehr Anteile verdrängt sind, umso häufiger werden diese auf ein Gegenüber projiziert. Verhält sich jemand nach deren Wertesystem, wird er idealisiert, bewundert; handelt er dagegen, wird er abgewertet und zu einem Hassobjekt degradiert.


"In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat." - Carl von Ossietzky
Eisbär und Leopold o7 gefällt das.
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