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Das Problem der Karmalehre

Dieses Thema im Forum "Sterben, Tod, Leben nach dem Tod" wurde erstellt von FragendeFrage, 1. Oktober 2017.

  1. FragendeFrage

    FragendeFrage Neues Mitglied

    Registriert seit:
    1. Oktober 2017
    Beiträge:
    13
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    Hallo liebe Community,

    zunächst einmal: ich bin Agnostiker, möchte aber eine spirituelle Richtung finden, die zu mir passt. Ich bin also noch ein Suchender. Soviel zu meinem "Glaubenssystem".
    Nun zum Thema: Ich habe mich nun seit geraumer Zeit mit dem Thema Karma und Reinkarnation beschäftigt und diesbezüglich Überlieferungen verschiedener Kulturen studiert. Mir sind dabei aber immer wieder Fragen aufgestoßen und ich hoffe, dass man mir hier darüber ein wenig Aufklärung verschaffen kann.

    Karma ist ja das Prinzip von Aktio gleich Reaktio. Also nach jeder Handlung, folgt eine der Handlung entsprechende Reaktion die sich auf den Betreffenden auswirkt. Das klingt für mich logisch. Nun ist es ja aber so, dass Karma auch nach guten und schlechten Taten urteilt. Es gibt also gewisse seelische Reinheitsgebote die man einhalten muss, um sich karmisch nicht zu belasten.
    Im Hinduismus gilt die Kuh als Heilig und darf folglich nicht einfach so zum Verzehr geschlachtet werden. Das wäre laut hinduistischer Lehre eine karmische Belastung, also eine schlechte Tat.
    Im germanischen Heidentum heißt Karma "Ørlœg". Kulturell sind da aber die Reinheitsgebote anders. Die Kuh durfte zum Verzehr geschlachtet werden, sie galt nicht als heilig. Es ist doch aber so, dass Karma ein universelles Prinzip ist, also auch universell gilt und nicht vor soziokulturellen Normen halt macht. Der Hindu würde nun sagen: "du hast eine unheilige Tat begangen und schlechtes Karma auf dich geladen". Der Germane würde sagen: "die Schlachtung der Kuh verstößt nicht gegen das Ørlœg".
    Einer von beiden muss falsch liegen. Sie können nicht beide recht haben, denn Karma ist ein dualistisches Konzept. Das führt zu der ersten Frage: nach welchen Kriterien richtet bzw. urteilt Karma? Was ist in den "Augen" von Karma gut und was böse? Und was wenn der Hindu aus Überlebensnot die Kuh schlachten musste. Woher weiß ich in welchen Fällen es eine Ausnahmeregel gibt bzw. wann Karma "ein Auge zudrückt"?

    Nun zur Reinkarnation. Nach unserem physischen Tod wird, durch welche kosmische Kraft auch immer, entschieden in welche astrale Ebene wir weiterleben werden. Wenn der Mensch sich seelisch weiterentwickelt hat, dann wird er in höhere Ebenen aufsteigen, wenn er sich verschlechtert hat, dann wird er in tiefere Ebenen (man könnte je nach Schweregrad "infernalische Ebenen" sagen) absteigen und wer sich nicht großartig verändert hat, der ist quasi dazu verdammt immer wieder auf der Erde zu reinkarnieren um seine "Lektion" zu lernen. Die Frage ist nun: wie kann ich aus den Fehlern meines früheren Lebens lernen und mich weiterentwickeln, wenn ich mich nach meiner Inkarnation gar nicht mehr an diese Fehler erinnern kann? Das ist als würde ein Arzt einem Alzheimerkranken Patienten sagen: "kommen Sie in 3 Jahren wieder in meine Praxis. Die Adresse schreibe ich Ihnen selbstverständlich nicht auf, denn Sie werden den Weg hierher schon irgendwie finden. Wenn nicht, dann haben Sie eben Pech gehabt".
    Das macht die Reinkarnation für mich einfach unglaubwürdig. Kann es nicht möglich sein, dass spirituelle Wesen verschiedener Planeten und/oder Dimensionen in einen menschlichen Körper inkarnieren um ein Erfahrung als Mensch zu machen? Diese ganze Reinkarnationslehre klingt mir zu sehr nach dem judäo-christlichen Himmel-Hölle-Prinzip. Warst du gut, dann wirst du in irgend so einer komischen, nicht näher benannten Lichtebene mit Engeln durch die Lüfte tanzen. Warst du schlecht, dann wirst du auf die Erde als Mensch wiedergeboren und darfst den ganzen Blödsinn so oft wiederholen bist du dich nach meinem Gutdünken weiterentwickelt hast. Mit "meinem" meine ich natürlich die treibende Kraft hinter diesem ganzen Theater, also der Kosmos oder wer oder was auch immer hinter diesen unlogischen Mechanismen stecken mag.

    Nun zuletzt meine Vermutung: so wie ich informiert bin, wurde die Karmalehre zu einer Zeit verbreitet, wo es noch keinen Staat gab, keine zivile und rechtliche Ordnung. Was also, wenn Karma nur ein erfundenes Konstrukt ist, dass man den Leuten oktroyierte, um für Recht und Ordnung zu sorgen. Wenn die Menschen Angst vor einer höheren, nicht erfassbaren, strafenden Macht haben, dann hüten sie sich davor, schlechte Dinge zu tun. Karma diente also als eine Art unsichtbarer Gesetzeshüter.
    So konnte man geschickt für ein mehr oder weniger soziales Miteinander sorgen und verhindern, dass sich der Stärkere einfach durchsetzt und sich nimmt was er will.
    Der Grund weswegen es mir schwer fällt an Karma zu glauben ist der, weil es für mich einfach keinen logischen Sinn ergibt und sich mehrfach widerspricht. Ich glaube wir messen uns Menschen zuviel Bedeutung zu. Was wenn es das Universum gar nicht kümmert was wir machen?
    Es wäre interessant wie ihr dazu steht und was ihr über dieses ganze Thema denkt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. Oktober 2017
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  2. Pfeil

    Pfeil Sehr aktives Mitglied

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    Berlin
    So denken viele. Doch genau genommen steht in den Veden eine andere Version. Demnach macht man sich kein Karma, wenn man Gott dient:
    • Akarma - Taten im Dienst Gottes bringen gar keine Reaktion. Sie führen damit zur Befreiung von weltlichen Verstrickungen und Aufstieg auf spirituelle Ebenen.
    • Karma - normale Handlungen die einen auf der gleichen Ebene bleiben lassen. Das können gute oder schlechte Taten sein, beide binden uns an die materielle Welt.
    • Vikarma - Taten, die herunterziehen in die Tierwelt oder in Höllen. Das sind schwere Verstöße gegen die vier religiösen Prinzipien, auch fortgesetzt über Jahrzehnte oder eine große Anzahl anderer Seelen.
    Aus meinem Blog.
     
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  3. FragendeFrage

    FragendeFrage Neues Mitglied

    Registriert seit:
    1. Oktober 2017
    Beiträge:
    13
    Hallo Pfeil und danke für die Antwort. Das ist zwar alles sehr interessant, aber das Problem ist doch, dass ich es für mich persönlich nicht beweisen kann. Zum einen weiß ich nicht wer dieser eine Gott ist (vielleicht gibt es auch mehrere Götter und/oder Göttinnen deren Willen möglicherweise sogar in Konflikt steht) und zum anderen stammt ja all dieses Wissen aus irgendwelchen Schriften. Um zum Beispiel an das Vikarma zu glauben, müsste ich es doch erst einmal selbst erleben, oder? Ich muss etwas erfahren um daran glauben zu können und genau hier liegt das Problem: das ganze lässt sich sehr schwer für einen persönlich nachweisen. Mal schauen was die anderen dazu meinen...
     
  4. Solis

    Solis Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    22. Oktober 2011
    Beiträge:
    4.337
    Ort:
    Nordrhein-Westfalen
    Gehören wir denn nicht auch zum Universum? Sind wir denn nicht dessen Kind? Sollte das Universum uns gegenüber denn wie Rabeneltern sein?
     
  5. Solis

    Solis Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    22. Oktober 2011
    Beiträge:
    4.337
    Ort:
    Nordrhein-Westfalen
    Etwas Nachweisen ist hier ein philosophischer Weg, der klares Denken voraussetzt.
    So kann die Kuh uns ein Gleichnis sein, das zur Unterscheidung aufruft, die gesucht werden muss.
     
  6. FragendeFrage

    FragendeFrage Neues Mitglied

    Registriert seit:
    1. Oktober 2017
    Beiträge:
    13
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    Ich meinte damit eigentlich, dass es für das Universum "gut" und "böse" möglicherweise gar nicht gibt und dies nur Konstrukte sind, die der menschlichen Beschränktheit entsprungen sind. Wir müssten ja wissen nach welchen Kriterien der Kosmos unsere Handlungen einteilt...
     
  7. Arcturin

    Arcturin Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    8. Mai 2016
    Beiträge:
    9.403
    Ort:
    im Träumen
    Die Antwort des Erfahrens liegt im Tun, nicht im Theoretisieren.
    Erst nach der Erfahrung kannst du sagen, ob es ein Problem ist, das für sich persönlich nachzuweisen, oder nicht.
     
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  8. FragendeFrage

    FragendeFrage Neues Mitglied

    Registriert seit:
    1. Oktober 2017
    Beiträge:
    13
    Wenn ich es erfahren habe muss ich es doch gar nicht mehr nachweisen, denn ich habe es ja am eigenen Leib erlebt. Wer es erfahren hat, für den ist der Nachweis kein Problem mehr...
     
  9. FragendeFrage

    FragendeFrage Neues Mitglied

    Registriert seit:
    1. Oktober 2017
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    13
    Ach und noch eine Frage bezüglich des Vikarma: es heißt ja, dass Vikarma einen in Welten mit niederen Lebensformen zieht. Wie kann man sich das denn vorstellen? Wird man selbst zu einem niederen Wesen und was macht man in diesen Welten? Das was ich lese ist leider immer sehr vage :(
     
  10. Pfeil

    Pfeil Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    Berlin
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    Das ist richtig, ein echter Beweis im materiellen Sinn ist nicht möglich, da wir alle Gott niemals kennen werden. Denn niemand kennt ihn, das sagt er selber in der Gita.

    Man kann jedoch durch gründliches Nachdenken auf viele Zusammenhänge selber kommen. So hat alles Erschaffene einen Schöpfer und das müsste Gott sein. Anders geht es nicht, denn nichts kommt von Nichts.

    Durch Lesen der Veden erfährt man viele Dinge, die man dann überprüfen und so zu seinem eigenen Wissen machen muss. Das mit dem Vikarma klingt zunächst mal theoretisch. Da muss man sich die Zeit nehmen um die Welt aufmerksam zu beobachten, dann wird man unzählige Beispiele dafür finden.

    Ein sehr offensichtliches Beispiel für die Degeneration und Abstieg in niedere Lebensformen ist Alkoholismus. Da kann man beobachten wie der Trinker immer mehr verkommt, sich gehen lässt und quasi tierische Eigenschaften annimmt. Wie es nach dem Tod weitergeht ist Vermutung, doch erfahrungsgemäss setzen sich angefangene Prozesse meist folgerichtig in ähnlicher Weise fort.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. Oktober 2017
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